Darchau : Verhindert Feldlerche Biogasanlage?

Blick auf die Stallanlagen der Agrarvereinigung Darchau Foto: Maria Nielsen
Blick auf die Stallanlagen der Agrarvereinigung Darchau Foto: Maria Nielsen

Zweiter Scoping-Termin in Sachen Biogasanlage in Darchau: Für die Gemeinde und den Investor Ruhe geht es darum, dass Baurecht geschaffen wird für eine geplante 2,6 Megawatt starke Biogasanlage.

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18. Februar 2011, 09:10 Uhr

Zweiter Scoping-Termin (frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Bürger in einem Planverfahren) in Sachen Biogasanlage in Darchau und dieses Mal waren auch Vertreter des Landkreises und der Biosphärenreservatsverwaltung dabei.
Für die Gemeinde und den Investor Kunibert Ruhe geht es darum, dass Baurecht geschaffen wird für eine geplante 2,6 Megawatt starke Biogasanlage. In einer zweiten Abstimmung hatte sich der Rat mehrheitlich dafür ausgesprochen, diese Voraussetzungen schaffen zu wollen.
Nachdem Bärbel Behnke und Sandra Lehningk von der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vorgetragen hatten, ging es um die Einwände. Es fing harmlos an mit den Einwendungen, die der Vertreter des Betriebs Straßenbau des Landkreises vorbrachte - hier ging es um die Zufahrten von der Kreisstraße auf das Gelände - und setzte sich fort mit den Bemerkungen, die Wolf-Rüdiger Hahn vom Landkreis machte. Der Eintrag von Hühnergülle und Hühnertrockenkot solle doch aus den Plänen gestrichen werden und festgeschrieben werden, dass der Betrieb der Landwirtschaft und die Biogasanlage nicht trennbar seien, das heißt eine Biogasanlage nicht später einmal gewerblich betrieben werden könne. Kein Problem, signalisierten Kunibert Ruhe und seine Begleiter.
Und dann war Maja Züghart von der unteren Naturschutzbehörde (Landkreis) an der Reihe und begann mit einem Paukenschlag. „Wir müssen zunächst die grundsätzliche Frage stellen, ob es überhaupt zulässig ist, ein B-Gebiet in einem Biosphärenreservat mit einem Bebauungsplan zu überziehen. Das wird zurzeit von unseren Juristen geprüft“, so Züghart.
Wenn diese Frage positiv bewertet wird, dann ergeben sich eine Reihe von naturschutzfachlichen Fragen. Denn das Gebiet nördlich der bestehenden Stallanlagen, in dem der Investor bauen will, ist besonders mit Augenmerk auf den Vogelschutz zu betrachten. Zum einen rasten hier in den Wintermonaten nordische Zugvögel, zum anderen fühlen sich hier Brutvögel wie die Feldlerche oder das Braunkehlchen wohl. „Hier ist eine Brutvogelkartierung notwendig“, legte Maja Züghart nach. „Das bringt unseren Zeitplan erheblich durcheinander“, entgegnete Bärbel Behnke und Bettina Blankenhagen aus der Neuhauser Verwaltung äußerte größte Bedenken, das der Plan unter diesen Umständen bis Ende des Jahres rechtskräftig werde. Der Investor hat es aber eilig, weil sich zum nächsten Jahr das Energie-Einspeise-Gesetz (EEG) ändert, das Entgelt für die eingespeiste Energie wird geringer. Als Maja Züghart sich auch mit den Untersuchungen zu den Stickstoffeinträgen nicht zufrieden gab und niedrigere Grenzen forderte, stieß sie damit auf Unverständnis. Der Anwalt führte aus, der Eintrag werde sich durch die Beseitigung der Güllelagunen stark verringern, man erwarte insgesamt eine Verbesserung.
Man darf gespannt sein, wie die Juristen in Lüneburg die grundsätzliche Frage, ob ein B-Gebiet im Biosphärenreservat überhaupt überplant werden, darf beantworten werden.

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