Verdächtige wieder frei

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31. August 2009, 09:40 Uhr

Bützow | Die sechs jungen Männer, die am Wochenende bei Krawallen in Bützow festgenommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß. Ihnen konnte "keine Straftat nachgewiesen werden, die einen Haftbefehl ermöglicht", sagt Oberstaatsanwalt Peter Lückemann. Gegen einen der Verdächtigen, Sebastian M. aus Bützow, wurde zwar gestern Abend noch ein beschleunigtes Verfahren vor dem Güs trower Amtsgericht eröffnet. Der zuständige Richter lehnte dieses allerdings ab. Begründung: "Die Beweisaufnahme ist zu umfangreich. Der Verdächtige hat alles abgestritten", so der Richter.

Sebastian M. war bereits an der Randale beim Bützower Stadtfest 2007 beteiligt und unter anderem dafür zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. "Eine mehrmonatige Haftstrafe ist noch offen. Würde er jetzt erneut verurteilt, muss er auf jeden Fall mit einem Widerruf der Bewährung rechnen", sagt Lückemann. M. müsste dann ins Gefängnis.

Nach dem Gerichtstermin gestern wurde der 21-Jährige auf freien Fuß gesetzt. Wann ein normales Verfahren gegen ihn beginnt, ist derzeit unklar. Ihm wird Volksverhetzung und Landfriedensbruch vorgeworfen. Sebastian M. gelte als Haupttäter, der die Krawalle auf dem Bützower Marktplatz mit angezettelt haben soll (SVZ berichtete). Er sei zwar schon festgenommen worden, "bevor es richtig losging", sagt Lückemann. Sebastian M., Anfang 20, habe aber die Massen mit eindeutigen Handbewegungen und Sprüchen zum Krawall angestiftet. Der Bützower soll außerdem Zeilen eines nationalsozialistischen Liedes skandiert haben, deshalb der Vorwurf der Volksverhetzung.

Bützows Bürgermeister Lothar Stroppe forderte gestern ein schnelles Handeln der Justiz. Die Staatsanwaltschaft bleibt am Ball. Es werde noch Videomaterial aus der Krawallnacht ausgewertet und Zeugen befragt, um eventuell weitere Verdächtige zu ermitteln. Bislang ließen sich keine konkreten Handlungen zuordnen, ebenso wenig den 18 Personen, deren Personalien in der Nacht aufgenommen worden seien.

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