"Venture Cup" mit 24 Finalisten

Von der Simulation zum Modell: Dr. Daniel Klüß und Doktorandin Catherine Ruther arbeiten  an der Entwicklung eines Verfahrens zur Messung des Lockerungsgrads von künstlichen Gelenken.Dana Bethkenhagen
Von der Simulation zum Modell: Dr. Daniel Klüß und Doktorandin Catherine Ruther arbeiten an der Entwicklung eines Verfahrens zur Messung des Lockerungsgrads von künstlichen Gelenken.Dana Bethkenhagen

von
12. Januar 2010, 08:49 Uhr

Rostock | Der Ideenwettbewerb "Venture Cup MV" geht 2010 in die achte Runde. Bei der Jury sind insgesamt 34 Bewerbungen im Bereich innovativer Ideen aus den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen und neun Bewerbungen in der Kategorie Mentor des Jahres eingegangen. Seit Dezember des vergangenen Jahres stehen die 24 Finalisten in den fünf Kategorien Nachwuchsforscher, Forscherteam, Serviceteam, Gründerteam und Mentor des Jahres fest. Die Uni Rostock wird in diesem Jahr mit neun Beiträgen in vier Kategorien vertreten.

Einer der Rostocker Teilnehmer ist der stellvertretende Leiter des Forschungslabors für Biomechanik und Implantattechnologie, Dr. Daniel Klüß. Er tritt im Wettbewerb im Bereich "Nachwuchsforscher" mit seinem Projekt "Nichtinvasive, strahlungsfreie Sensorik zur Messung der knöchernen Verankerung von künstlichen Gelenken" an. Hinter dem Titel des Forschungsprojekts steckt die Idee, den Lockerungsgrad künstlicher Gelenken mit Hilfe von kleinen Massenschwingern und einer Spule zu bestimmen. Künstliche Hüftgelenke lockern über die Jahre hinweg aus und zerstören die Knochensubstanz, die das Gelenk umgibt. Bisher kann nur anhand von Röntgenbildern bestimmt werden, wann ein künstliches Gelenk ausgetauscht werden muss, weil es locker sitzt. Klüß sagt: "Röntgenbilder sind ungenau und im schlechtesten Fall operieren die Chirurgen und stellen fest, dass das Gelenk eigentlich noch fest sitzt." Klüß, die Doktorandin Catherine Ruther und zwei Studenten der Elektrotechnik arbeiten nun daran, ein künstliches Gelenk mit so genannten Massenschwingern auszustatten. Wird von außen eine Spule an das Bein gehalten, schlagen die Massenschwinger aus. Anhand der Intensität der Schwingungen kann so der Grad der Lockerung bestimmt werden. Der "Venture Cup" ist für Klüß und sein Team sehr wichtig, denn sie benötigen Geld zur Finanzierung ihrer Arbeit. Der 32 Jahre alte Ingenieur muss sich in der Kategorie "Nachwuchsforscher" gegen vier weitere Projekte durchsetzen. Zwei davon kommen ebenfalls aus Rostock: Claas Cornelius stellt "Econoc - Innovative Kommunikationsstrukturen für elektronische Systeme" vor und Dominik Lieckfeld hofft auf den Gewinn mit seinem Projekt "Perloc - Ubiquitäre Ortung von mobilen Nutzern". Auch in der Kategorie Forscherteam ist die Uni Rostock mit zwei von fünf Projekten gut vertreten. Hierbei tritt Sebastian Spath als Gruppensprecher mit der Idee "Patientenindividuelle Knochenersatzimplantate" an. Außerdem ist Dr. Robil Daher als Teamsprecher für "Wi-Roads Drahtlose Kommunikations-Infrastruktur für intelligente Verkehrssysteme" im Rennen der besten Forscherteams. In der Kategorie Serviceteam vertritt Dr. André Schlichting die Uni Rostock mit dem Projekt "Innovatives massenspektrometrisches Screening zur kundenorientierten molekular-chemischen Charakterisierung komplexer Vielstoffgemische". Sein Team muss sich nur gegen einen Konkurrenten vom "Fraunhofer-Institut für Grafische Datenverarbeitung Rostock" durchsetzen. Als Mentoren des Jahres sind von der Uni Rostock Professor Gerhard Scharr, Lehrstuhl Leichtbau, Professor Dirk Timmermann, Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik, und Professor Dieter Weiss, Institut Biowissenschaften, als Finalisten vertreten.

Der "Venture Cup" zielt darauf ab, Arbeitsplätze im Land zu schaffen und die Forschungen in der Region zu fördern. 18 der 24 Nominierten erhalten eine Prämie. Der Gesamtwert aller Preise beläuft sich auf 615 000 Euro. Am 15. Februar präsentieren die nominierten Finalisten ihre Ideen in Rostock in der zweiten Juryrunde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen