Varianten für Ortsumgehung dieses Jahr prüfen

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27. Februar 2010, 04:06 Uhr

Güstrow | Der Winter verabschiedet sich im Landkreis Güstrow auf Straßen und Wegen mit Schlagloch an Schlagloch. Die Kosten der Reparaturen werden vermutlich sechsstellige Summen betragen. Wie das bezahlt werden soll ist ungewiss. Kaum eine Kommune hat so viel Geld für die zusätzlichen Arbeiten im Haushalt veranschlagt. Trotzdem laufen in den Behörden die Arbeiten an der Ortsumgehung für Güstrow ungebrochen weiter. Mit einem Kostenumfang von rund 40 Millionen Euro stehe die Umgehung weiterhin im Bundesverkehrswegeplan, bestätigt das Verkehrsministerium.

Sprecherin Julia Hasse: "Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist so gut wie abgeschlossen. Noch in diesem Jahr soll das Raumordnungsverfahren beginnen, bei dem mehrere Varianten der Ortsumgehung geprüft werden. Für das kommende Jahr ist die Linienbestimmung durch den Bund geplant." Auch ein so genanntes Planfeststellungsverfahren ist bei dem Vorhaben notwendig. Hier wird von den Verkehrsplanern ein Jahr veranschlagt. Der Bau könne damit Ende 2015/16 beginnen, heißt es aus Schwerin. Bisher war immer von einem Baubeginn 2014 die Rede (wir berichteten). Zu den Varianten sagt Sprecherin Hasse nichts Konkretes. Nur soweit: Es gebe zwei nördliche Varianten und eine südliche Trasse.

Diskutiert werden sie trotzdem. Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt skizziert die südliche Variante außen um den Inselsee: Bülow -Ggutow - Badendiek - Bölkow - Mühl Rosin - hinter den Heidbergen nach Klueß. Da sie aber vermutlich die niedrigste Verkehrsentlastung verspreche, habe sie die schlechtesten Chancen, so Schuldt. Die zweite Variante: in Höhe der Hochspannungstrasse vor dem Grundlosen See an der B 104 - Neu Strenz - Suckow - Krankenhaus - Primerwald - entlang der Bahn - Klueß. Eine noch engere Umgehung könnte das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik berücksichtigen, so Informationen Schuldts.

Der favorisiert allerdings etwas ganz anderes, eine Querung als Ortsumgehung, die in die Planungen einfließt. Begründung: Sie ist mit geschätzten zehn bis 15 Millionen Euro weitaus preiswerter, aber für Schuldt auch praktikabler. Schuldts Argument: Güstrow habe keine großen Verkehrsprobleme, keinen großen Schwerlastverkehr.

Für die "innere Umgehung" wird die Brücke Industriegelände - Speicherstraße gebaut. Es folgt der Neubau der Ulrichstraße. Dem schließen sich der Ausbau der Straße Industriegelände und eine neue Verbindung an den Heideweg an. Komplettiert wird die Erschließung der Schweriner Vorstadt mit dem Ausbau des Ulrichplatzes und der Elisabethstraße. Das alles solle in ca. fünf bis sechs Jahre realisiert werden, heißt es aus dem Rathaus. In die andere Richtung führt die innere Ortsumgehung durch die Speicherstraße, den Paradiesweg, der die Bleicher straße ersetzen soll, nach Borwinseck und Richtung Klueß. Finanzierung: offen.

Während Schuldt betont, dass dem Straßenbauamt Güstrow als Behörde für Bundes- und Landesstraßen bekannt sei, dass die Stadt keine Ortsumgehung favorisiere, sondern er sie als Bestandteil des innerstädtischen Projekts sieht, sagt Ministeriumssprecherin Hasse: "Der Grundsatz des Ministers heißt: Keine Ortsumgehung gegen den Mehrheitswillen der demokratischen Parteien und Fraktionen. Bisher liegen uns aber keine Informationen vor, dass die Ortsumgehung Güs trow vor Ort nicht gewollt wird."

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