Unternehmer blicken verhalten auf 2010

von
23. Januar 2010, 09:23 Uhr

Ludwigslust | Ein schwaches Licht am Ende des Tunnels - so fasst Martin Proksch, Geschäftsführer der Rattunde & Co. GmbH, die Aussicht auf das Jahr 2010 zusammen. Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, habe sich im Laufe des letzten Jahres nicht wesentlich verbessert.

"Darum werden wir auch für 2010 wieder Kurzarbeit beantragen", sagt Proksch. Derzeit seien fast alle der 66 festangestellten Mitarbeiter davon betroffen. "Die Gesamtarbeitszeit der Firma hat sich um die Hälfte reduziert." 2008 habe das Unternehmen aufgrund der mangelnden Auftragslage auf einen Schlag 97 Mitarbeiter entlassen müssen., erklärt Proksch. Rattunde stellt Sägebearbeitungszentren her. Gab es 2008 noch Aufträge für 28 Anlagen, waren es im letzten Jahr nur noch vier. Der Bedarf ist da in Europa und Nordamerika, doch die Kunden halten das Geld fest. Also konzentriert sich das mittelständische Unternehmen mit Sitz in der Bauernallee gegenwärtig auf Service und Wartung ihrer Anlagen bei den Abnehmern vornehmlich in der Autozulieferindustrie, betont Martin Proksch weiter, der gemeinsam mit Gründer Ulrich Rattunde die Firma leitet. Dennoch geht der Blick bereits auf die Zeit nach der Krise. "Wir versuchen, uns zu positionieren und strategische Weichen zu stellen", so Proksch. Das bedeutet zum Beispiel Beobachtung des Marktes. Und das Unternehmen kümmert sich um die Weiterbildung der Mitarbeiter.

"Wir hoffen, dass es 2010 besser wird. Derzeit laufen nach langer Zeit endlich wieder Auftragsverhandlungen. Das ist ein schönes Gefühl und lässt uns verhalten in die Zukunft blicken."

Vielen Betrieben in der Region hat die Kurzarbeiterregelung 2009 geholfen, Mitarbeiter zu halten. Im Gegensatz zu Rattunde & Co. gehört die Fleisch- und Wurstspezialitäten Ludwigslust GmbH & Co. KG zu den Firmen, bei denen im vergangenen Jahr keine Kurzarbeit nötig war.

"Wir haben bisher noch keine deutlichen Auswirkungen der Krise gespürt", sagt Inhaber Ulrich Müller. 2009 sei nicht anders verlaufen als 2008. Deshalb blicke auch er verhalten optimistisch auf 2010. Bislang musste das Unternehmen, das insgesamt 280 Mitarbeiter in Lohn und Brot hat, weder Kurzarbeit anmelden noch Stellen streichen. "Und wir hoffen, dass das auch in Zukunft nicht notwendig sein wird", so Müller weiter. Das letzte Jahr sei für ihn und seine Belegschaft ein recht erfolgreiches gewesen, resümiert der 45-Jährige, der 2003 die Firma übernahm.

"Wir haben ein deutliches Umsatzplus von über zehn Prozent gehabt und den Betrieb um weitere 35 Mitarbeiter aufgestockt. Unsere Auftragslage ist bis jetzt gut. Wir wissen jedoch nicht, was mit der Weltwirtschaftskrise noch auf uns zukommt. Deshalb planen wir für 2010 auch etwas konservativer und rechnen erstmals seit sieben Jahren für das laufende Jahr mit einer Stagnation, nicht mit weiterem Wachstum." Wobei er, Müller, das Jahr dennoch nicht negativ sehe, doch man müsse eben gut vorbereitet sein, auf alle Eventualitäten des Marktes.

"Wir sind relativ weit oben in der Branche. Jetzt müssen wir nur dafür sorgen, dass wir dort auch bleiben. Denn nichts ist heutzutage selbstverständlich, das ist eine trügerische Annahme, der wir nicht erliegen wollen", erklärt der LFW-Chef nachdenklich, der es mit geschafft hat, dass sein heutiges Unternehmen einst von 28 Millionen DM auf 53 Millionen Euro Umsatz in 2009 gewachsen sei. "Damit hat sich der Umsatz bisher bei uns verdreifacht."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen