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Gemeinde kann Haushalt bis 2015 nicht mehr ausgleichen : Untergangsstimmung in Lüssow

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In der Gemeinde liegen die Nerven wegen der finanziellen Situation blank. "Katastrophal", so der Kommentar von Bürgermeister Wilfried Zander. Bis 2015 kann ein Haushaltsausgleich nicht wieder erreicht werden.

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erstellt am 30.Mär.2011 | 10:14 Uhr

Lüssow | In der Gemeinde Lüssow liegen die Nerven wegen der finanziellen Situation blank. "Katastrophal", so der Kommentar von Bürgermeister Wilfried Zander. Dieses Jahr hat die Gemeinde zwar noch einen ausgeglichenen Haushalt, dafür musste aber die Rücklage restlos aufgebraucht werden. Das jetzt von der Gemeindevertretung mit Widerwillen beschlossene Haushaltssicherungskonzept macht es deutlich: bis 2015 kann trotz des bisherigen Sparkurses und aller zukünftigen Anstrengungen ein Haushaltsausgleich nicht wieder erreicht werden. Für das Jahr 2015 steht ein Defizit von knapp einer halben Million Euro im Verwaltungshaushalt.

Grund sind immer weniger Schlüsselzuweisungen vom Land. "Wir werden an der Basis alleine gelassen", sagt Zander frustriert. Mit dem jetzigen Haushaltssicherungskonzept habe die Gemeinde ihren eigenen Untergang beschlossen. Der Hammer auf der Gemeindevertretersitzung: Zander stellte seinen Bürgermeisterposten aufgrund dieser Situation zur Disposition. Begründung: "Die Landesregierung ruiniert unsere Gemeinden. Dafür kann ich nicht mehr die Verantwortung übernehmen."

Gegen den finanziellen Untergang kann die Gemeinde kaum noch was tun. Die Steuern wurden bereits angehoben. "Auch die Gewerbesteuer können wir nicht weiter erhöhen, sonst wandert die Landwirtschaft nach Schwiesow ab", so Zander. Entlastung durch Gemeindefusion? Fehlanzeige! "Wenn sich Arme zusammentun, entsteht kein Reicher", so der Bürgermeister. Angedacht sei aber, dass die Feuerwehren Mistorf, Sarmstorf, Schwiesow und Lüssow technisch zusammengehen, um Kosten zu sparen.

Die freiwilligen Leistungen der Gemeinde sind bereits auf ein Minimum runtergefahren. Geld für Sportvereine wurde bereits komplett gestrichen. "Zukünftig ist auch der Jugendklub und die Seniorenarbeit in Frage gestellt", so Zander. Durch die Installation von Photovoltaikanlagen auf dem Gemeindehaus und Wohnblöcken wird es zwar Einnahmen geben, aber: "Das ist ein Atemzug der gleich zum Stillstand führt." Erstmals in der Dorfgeschichte gehen deshalb in diesem Sommer die Lichter aus: die Straßenlaternen in Karow, Strenz und Lüssow bleiben nachts aus.

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