Unkraut jäten für den Frieden

<strong>Über Ländergrenzen hinweg: </strong>Die Workcamp-Teilnehmer wurden gestern vor dem Rathaus von Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU, M.) begrüßt.<foto>Irene Burow</foto>
Über Ländergrenzen hinweg: Die Workcamp-Teilnehmer wurden gestern vor dem Rathaus von Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU, M.) begrüßt.Irene Burow

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15. Juli 2010, 08:34 Uhr

Rostock | Einsatz für den Frieden: Mehr als 30 Jugendliche aus acht verschiedenen Ländern sind zurzeit in Rostock, um Kriegsgräber zu pflegen. Gestern wurden sie von der Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens begrüßt. Das Motto "Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden" halte sie heute immer noch für sehr aktuell. "Überall auf der Welt gibt es noch Konflikte", so Jens, die einst Kreisvorsitzende der Kriegsgräberfürsorge war.

Heute werden die zwischen 16 und 25 Jahre alten Jugendlichen aus Russland, Weißrussland, der Ukraine, Moldawien, Bulgarien, Polen, Italien und Deutschland auf dem Neuen Friedhof ihre Arbeit beginnen. Doch auch die Freizeit soll nicht zu kurz kommen. Heute Nachmittag geht es auf eine Paddeltour. Den Strand haben die Jugendlichen auch schon besucht. Geplant sind außerdem Ausflüge nach Dänemark, Warnemünde, zum "Müritzeum" in Waren, zum Meereskundemuseum in Stralsund, nach Bad Doberan, Heiligendamm, Kühlungsborn sowie zum Innenministerium in Schwerin. "Der Gedanke der Völkerverständigung ist Grundlage dieser Begegnung", so Jens. Zu den Teilnehmern sagt sie: "Sie sollen auch etwas von unserer Geschichte kennen lernen, Vorurteile - wenn Sie welche haben - abbauen und Freundschaften schließen."

Während Jens zu den jungen Menschen spricht, wird sie von Nadja Sotnikova gedolmetscht. Die 21-jährige Russin studiert Deutsch in Kursk. "Ich habe als Übersetzerin bei anderen Camps schon mitgemacht", erzählt sie. "Das ist jedoch mein erstes, bei dem ich selbst aktiv werde." Sotnikova finde es wichtig, Tatsachen über die Geschichte vor Ort zu erfahren. Betreut wird das Team von Lutz Müller, der schon selbst bei fünf Camps in Frankreich und bei vier Treffen in Russland mit dabei war. "Das ist das erste Mal auf heimischen Boden und das freut mich", sagt er. Es sei nicht immer ganz einfach, ein Programm auf die Beine zu stellen, was den unterschiedlichen Altersgruppen und Interessen gerecht wird. "Bei dem Wetter arbeiten wir unter erschwerten Bedingungen", so Müller. "Aber das wird schon werden."

Unterstützung kommt auch von der Bundeswehr. "Die Arbeit der Jugendlichen erscheint uns besonders unterstützenswert", sagt Jens-Ole Schröder, stellvertretender Kommandant. Von den Soldaten kommt vor allem Ausrüstung, beispielsweise eine Feldküche. "Das ist eine tolle Arbeit, die die Jugendlichen machen", so Schröder. Bis zum 28. Juli sind die jungen Menschen noch hier. Arbeitseinsätze sind unter anderem auf dem Neuen Friedhof, der Kriegsgräberstätte am Puschkinplatz und im Stefan-Jantzen-Park in Warnemünde geplant. Untergebracht sind die Jugendlichen in der Nordlicht-Schule Lichtenhagen.

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