Universität in Schwerin geplant

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03. November 2010, 09:48 Uhr

Schwerin | Deutschlands Vordenker für virtuelles Lernen, der Ideengeber der größten IT-Initiative Deutschlands D21, Alfons Rissberger, will in Schwerin eine virtuelle Universität gründen. Finanziert aus öffentlichen und privaten Mitteln soll sie beispielgebend für die Universität der Zukunft in Deutschland sein, lautet die Philosophie des Unternehmers. "Alle Voraussetzungen sind jetzt erstmals vorhanden: Es gibt das iPad, extrem preiswerte und anwe

nderfreundliche Internetstrukturen sowie Datensicherheit und Datenschutz", sagt Rissberger.

Unter dem Motto "Lernen, wann und wo man will" soll die Schweriner Uni "all die Studiengänge anbieten, die kein Labor benötigen", so Rissberger. Jura, BWL, Volkswirtschaftslehre und Germanistik wären mögliche Studiengänge unter der Überschrift "E-Learning" - oder wie Rissberger im iPad-Zeitalter gerne sagt: "iLearn".

"E-Learning gibt uns jetzt eine nie dagewesene Chance zur Steigerung der Bildungsqualität und zugleich zur deutlichen und dauerhaften Senkung der Kosten in allen Bereichen des Bildungswesens", sagt Rissberger, der hofft, dass alle Hochschulen und Universitäten Deutschlands dieses Potenzial erkennen. "Es gibt schon viele vorzügliche Projekte, die die Qualität der real gegebenen Möglichkeiten belegen, aber noch fehlt die Vernetzung." Er möchte "das Mittelalter Vorlesung beenden" und E-Learning zum Standard an deutschen Universitäten machen.

Der neue Lernmodus operiere mit einer Technologie, die einer neuen Generation von Studierenden ein Handwerkszeug an die Hand gibt, das sie gut kennen, mit dem sie groß geworden sind, das sie daher optimal nutzen können und das ihnen frei verfügbares und motiviertes Lernen ermöglicht - frei von Ort und Zeit und mit regelmäßigen Selbsttests, die individuell Erfolge vermitteln.

Nur drei- bis viermal im Jahr sollen die Studenten noch an die Uni kommen - vor allem um das zu lernen, was die Marktwirtschaft fordert: soziale Kompetenz, Management- und Führungsfähigkeiten. "Deshalb braucht die Schweriner Uni nicht viel mehr als ein Gebäude, ein Sekretariat, einen Vorlesungssaal und extreme leistungsstarke Server", sagt Rissberger. Als Partner hat er neben der Politik auch Verbündete aus der Wirtschaft bereits im Boot. "Es gibt genügend Investoren", sagt Rissberger.

Darüber hinaus stellt sich Rissberger vor, die standardisierte E-Learning-Software für Deutschlands Unis perspektivisch am Standort Göhrener Tannen zu produzieren. "Es gibt Softwarelösungen, auf die man aufbauen kann. Wo das passiert, ist für die Firmen zweitrangig", sagt Rissberger. "Schwerin bietet ein preiswertes, bestens angebundenes Gewerbegebiet, Nähe zu Hamburg und Berlin und eine wunderschöne Stadt."

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