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Lokales

24. November 2017 | 19:48 Uhr

Uni sucht Kiffer für Ausstiegs-Test

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2010 | 05:54 Uhr

Hansaviertel/Gehlsdorf | Kiffer bitte in der Universitätsklinik Rostock melden: Die Hochschule sucht ab sofort Drogenkonsumenten für das Entwöhnungsexperiment "Can Stop" mit psychologischer Betreuung. Angesprochen sind vor allem junge Leute zwischen 14 und 21 Jahren. So ein bisschen Kiffen ist ja nicht so schlimm, heißt es - aber stimmt das auch? "Falsch", sagt Kerstin Moré. Sie ist Diplom-Psychologin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Rostocker Universitätsklinik. Die Folgen des Cannabiskonsums: "Kein Bock mehr aufs Fußballtraining, die schulischen Leistungen werden immer schlechter, Stress im Ausbildungsbetrieb, Führerschein weg", beschreibt die Expertin. Zu den Auswirkungen zählen Unkonzentriertheit, körperliche Erschöpfung oder mangelnder Antrieb. Problematisch sei, dass Cannabis-Konsum allgemein bagatellisiert werde, sagt sie. Und wie kommen Abhängige von der Droge wieder los? "Da hat jeder seine eigenen Ideen, die auch für andere nützlich sein können", sagt die Psychologin. In ihrem Experiment geht es in acht Trainingseinheiten über je 90 Minuten rund um das Thema Cannabis. "Zusammen mit ausgebildeten Trainern sollen die Teilnehmer sich austauschen und beginnen, über sich selbst und den Drogenkonsum nachzudenken", erklärt Moré. Der Methode der Psychologin liegt eine ausgeklügelte wissenschaftliche Studie zugrunde, die genau auf die Bedürfnisse der angesprochenen Altersgruppe abgestimmt ist. Dabei werden Themengebiete wie beispielsweise die Bedeutung der Meinung von Gleichaltrigen angesprochen. Das Trainingsprogramm "Can Stop" hat Psychologin Moré gemeinsam mit dem Projektzentrum am Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters an der Universitätsklinik Hamburg und der Rostocker entwickelt. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert das Projekt. Das Probetraining soll dessen Wirksamkeit überprüfen. Um diese zu untersuchen und zu beweisen, müssen sich die teilnehmenden Probanden einer umfangreichen Befragung unterziehen. Dreimal sollen sie in einem Interview Rede und Antwort stehen. Dafür erhalten sie eine Aufwandsentschädigung. Das Entwöhnungsprogramm ist kostenlos. Je nach dem, wie viele mitmachen, setzen sich die Gruppen aus jeweils sechs bis acht Teilnehmern zusammen. Die ersten Sitzungen sollen noch im Januar 2010 beginnen.

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