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Lokales

13. Dezember 2017 | 12:21 Uhr

Ungetrübtes Badevergnügen

vom

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2010 | 06:03 Uhr

Neustadt-Glewe | Gestern 10 Uhr am Neustädter See. Es ist ein eher ruhiger Morgen mit nur wenig Badegästen. Bei gerade mal 20 Grad Lufttemperatur wundert das nicht. Selbst im Wasser ist es wärmer. Zwei Grad genau. Trotzdem sind die Mädchen und Jungen einer Schwimmunterrichtsgruppe froh, als sie sich nach der Trainingseinheit endlich in ihre wärmenden Bademäntel kuscheln können.

Proben werden genommen

Tatsächlich ist dies der erste Morgen, an dem sich der super Sommer 2010 zu einem Päuschen zurücklehnt hat. Ob es vielleicht nur ein kurzes ist, wird sich zeigen. Aber das ist für die Hygiene-Inspektorin Ria Rönckendorf und den Verwaltungsfachmann-Azubi Paul Behla nicht im Mindesten relevant. Beide sind geradewegs aus Ludwigslust gekommen, haben ihren kleinen blauen Dienstwagen vor dem Eingang zum Seebad geparkt, sich eine große Box und einen Teleskop stab geschnappt und gehen auf die Brücke. Dorthin, wo eben noch die Schwimmpferdchen-Anwärter trainiert haben. An diesem, irgendwie etwas grauen Morgen, sind die beiden Mitarbeiter des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung gekommen, um die Badewasserqualität des Neustädter Sees zu überprüfen. Später werden sie noch an den "wilden", nicht bewachten Badestrand weiter östlich und auch an den Dreenkrögener Badesee fahren und auch dort ihre Proben ziehen. Jetzt aber sind sie auf der Beton-Brücke am Neustädter Seebad.

Equipment steht bereit

"Wir haben uns genau diese Stelle im Bad ausgesucht, weil hier eben noch die kleinen Schwimmschüler drin waren", sagt Ria Rönckendorf. Sie lächelt und auch ohne Worte ist klar warum. Paul Behla hat inzwischen die große Box geöffnet, in der etliche Plastikflaschen mit Schraubverschlüssen, Kolben, Thermometer, Schreibutensilien auch Armaturen zum Vorschein kommen, die sich als digitale Messgeräte für die Temperatur und den pH-Wert entpuppen. Schon hat die Hygiene-Inspektorin die erste Plastikflasche in eine Art Zange am Teleskopstil geklemmt und zieht in etwa anderthalb bis zwei Metern Tiefe die erste Probe. Dann kommt eine zweite, dann noch eine dritte Flasche dran. Auf zwei - jeweils mit einem Aufkleber "Neustädter Badeanstalt" gekennzeichnet - kommt sofort der Verschluss, ehe sie in der Box verschwinden, deren Boden mit Kühlakkus ausgelegt ist. "Die schicken wir ein zur mikrobiologischen Untersuchung beim Landesamt für Gesundheit und Soziales in Schwerin", erklärt die Hygiene-Inspektorin und senkt zwei Dioden des Messgerätes in die dritte mit Seewasser gefüllte Flasche. "Am Freitag haben wir dann die Befunde hinsichtlich Coliformer Keime und Enterokokken", sagt sie und erklärt, "das sind Keime, die in hoher Konzentration zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen können." Ria Rönckendorf betont "können". Tatsächlich rechnet sie mit einem negativen Befund. "In diesem Jahr", sagt sie, "hatten wir noch keine Vorkommnisse, mussten Bäder weder sperren noch den Badebetrieb einschränken. Hier in Neustadt nicht und auch in keiner anderen Badeanstalt im Landkreis. Die Wasserqualität ist sehr gut - und das, obwohl die Saison doch schon sehr lange geht."

Trübung, Sicht, Zerkarien...

"Jetzt prüfen sie Sichttiefe, Trübung, Färbung, schauen nach Algen, toten Fischen und Zerkarien", kommentiert Neustadts Schwimmmeister Bodo Zielinski. Er kennt das vierwöchentliche Prozedere seit Jahren und schätzt es: "Für uns wichtig zu wissen, wie sich die Wasserqualität im See entwickelt. "Nur dann können wir auch reagieren." Zielinski meint den Ernstfall infolge Blaualgenschwemme oder durch Keime bzw. Bakterien verseuchtes Wasser. Würde der eintreten, kämen strikte Weisungen bis hin zur Sperrung des Bades vom Landkreis. Doch Ria Rönckendorf sieht dafür keinerlei Anzeichen. "Gut, wir müssen natürlich die mikrobiologische Untersuchung abwarten. Aber soweit ist das Wasser sehr in Ordnung. Wir haben bei knapp 22 Grad eine Sichttiefe von gut zweieinhalb Metern und der pH-Wert liegt derzeit bei 2,87." Viel besser ginge nicht.

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