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Lokales

20. September 2017 | 22:13 Uhr

Ungekrönte Maiskönige von Pritzier

vom

svz.de von
erstellt am 06.Okt.2010 | 06:31 Uhr

Pritzier | Ihre Traktoren, Zugmaschinen, Häcksler hat schon jeder in der Region vor dem Auto gehabt und musste in der Erntezeit warten. Mit gut 220 Maschinen, darunter 22 Ackerschlepper, sechs Maishäcksler, Mähdreschers und einiges mehr gehört die Zeyn KG zu den bedeutenden landwirtschaftlichen Dienstleistern der Region. Dass der Betrieb ursprünglich aus Niedersachsen kommt und in Tespe an der Elbe noch einen zweiten Standort unterhält, stört in Westmecklenburg niemanden. Dafür haben Geschäftsführer Jens-Peter Zeyn (35) und Betriebsleiter Mario Skupin mit der Mannschaft in vergangenen Jahren zu sehr überzeugt und sind für viele Landwirte zu wichtigen Partnern geworden. Zum Beispiel: Maisernte. Die hochmodernen, teuren Häcksler kann sich nicht jeder leisten und so wird die Erntetruppe einfach gemietet, inklusive des Transportes.

Angefangen hatte Vater Peter Zeyn bereits 1991 in Redefin, auch als Dienstleister, später wurde das VE-Gut in Pritzier privatisiert, auch hier kam das Unternehmen zum Zuge. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die übernommenen Mitarbeiter mit den zur Verfügungen stehenden 600 Hektar allein nicht zu halten waren. Und so blieben die landwirtschaftlichen Dienstleistungen ein wichtiges Standbein. Heute gehören 70 Festangestellte zum Unternehmen in beiden Standorten, Tespe und Pritzier. In Erntezeiten oder bei höherem Arbeitsanfall kommen noch einmal bis zu 30 Saisonkräfte dazu. Denn die teure Technik muss laufen. So können die Häcksler von Zeyn heutezutage 58 Reihen Mais auf einmal in Angriff nehmen, früher lag diese Zahl bei gerade einmal 18 Reihen. Doch die Firma setzt nicht nur auf ihrern modernen Fuhrpark, bei Zeyn ist man der Landwirtschaft auch direkt treu geblieben. So werden rund um Pritzier 700 Hektar und rund um Redefin noch einmal 900 Hektar mit bewirtschaftet. Raps, Weizen, Gerste gehören dazu, im Redefiner Bereich kommt Mai dazu. Den benötigt das Unternehmen für die eigenen Biogasanlage bei Redefin, die eine beachtliche Leistung von 500 kw hat und seit 2008 läuft. Der Bau der Anlage verlief im Vergleich zu vielen anderen geräuschlos und ohne Proteste der Bevölkerung. Die Zeyns hatten schon sehr früh die Bevölkerung in ihre Pläne eingeweiht, den Kontakt gesucht und so Konfrontationen vermieden. Auch heute steht das Unternehmen, das auch den Kreisbauernverband stützt, auf allen Seiten. So war die Zeyn KG in diesem Jahr wie viele andere auch von den Wirren um die Weizenpreise betroffen. Die Ernte ist nicht gut ausgefallen, gerade wegen der Feuchtigkeit. Die zeitweise extrem hohen Preise nutzten den meisten Landwirten wenig. Zum einen hatten sie einen Teil der Ernte schon vorher bei Kontrakt zu anderen Preisen gebunden, um Sicherheit zu haben. Zum anderen war die diesjährige Qualität teilweise so schlecht, dass der geerntet Weizen nur als Futter verwendet werden kann. Von diesen Entwicklungen konnten sich auch die Zeyner in diesem Jahr nicht abkoppeln.

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