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Lokales

20. Oktober 2017 | 22:00 Uhr

Umstrukturierung nicht gelungen

vom

svz.de von
erstellt am 20.Jun.2011 | 05:58 Uhr

Lübz/benzin | Trotz des jetzt für sie gestellten Insolvenzantrages bleibt die "Ziegelei Benzin"-Beschäftigungsgesellschaft mbH erhalten. "Der zwingend notwendige Schritt bedeutet demzufolge nicht, dass morgen niemand mehr auf dem Hof ist", sagt Geschäftsführerin Ingeborg Dieterich. "Wir warten jetzt, dass ein Insolvenzverwalter eingesetzt wird. Bis er eine Entscheidung fällt, sind alle Türen sowieso offen."

In der Öffentlichkeit falsch dargestellt werde oft, dass sich die Probleme um die Ziegelei drehten. Richtig sei hingegen, dass es auch hinsichtlich der Insolvenz nur um die Beschäftigungsgesellschaft mit gleichem Namen gehe. So findet zum Beispiel das schon zur Tradition gewordene Brennerfest am 2. Juli uneingeschränkt statt. Sein Veranstalter ist der klar von der Gesellschaft zu trennende Förderverein Technisches Denkmal Ziegelei Benzin e. V., der es sich seit 2005 zur Aufgabe gemacht habe, das Denkmal zu fördern. "Das Fest ist daher kein Notakt in der Krise", so die Geschäftsführerin.

Noch im Dezember habe die Beschäftigungsgesellschaft einen Wechsel in Richtung Qualifizierung für möglich gehalten. Anfang des Jahres zeichnete sich hingegen ab, dass ein Großteil der Maßnahmen verloren gehen und die finanziellen Zuweisungen nicht mehr ausreichen werden. Bald danach stand fest, dass mit ungefähr 70 Prozent zu rechnen ist. "Dass Kürzungen kommen, war uns klar, nicht jedoch in dieser Höhe", sagt Ingeborg Dieterich. Unabhängig von der strengen Trennung Beschäftigungsgesellschaft/ Ziegelei an sich liege auch ihr das Ziel, das Denkmal zu erhalten, am Herzen: "Wenn es geschlossen werden würde, wäre dieser auch touristische Höhepunkt unwiderbringlich verloren und ich kann nicht sagen: Nach uns die Sintflut. Der Weg zum neuen Ziel und welche rechtlichen Konstruktionen möglich sind, ist noch unklar. Hier sind klare Aussagen vom Insolvenzverwalter gefragt. Ein sehr guter Baustein ist, dass das Jobcenter weiter mit dem Standort arbeitet und die Leute bezahlt, die bei uns sinnvoll beschäftigt werden. Was die Unterstützung betrifft, hätte es auch ganz anders sein können. Wir hinterlassen also kein Trümmerfeld nach Flächenbrand."

Regelmäßig bezuschusst wurde die Beschäftigungsgesellschaft lediglich von der Stadt Lübz mit jährlich 15 000 Euro - ein freier Zuschuss ohne Bindung. "Zum jetzt vorgenommenen Schritt gab es keine Alternative", sagt Bürgermeisterin Gudrun Stein. "Eine neue Lösung gibt es noch nicht. Wir können keine haben, solange das Alte nicht abgearbeitet ist. Auch das müssen wir konsequent tun." Man habe mit Hilfe aller denkbaren Möglichkeiten versucht, die Gesellschaft zu erhalten - etwa auch durch eine komplette Umstrukturierung - müsse jedoch erkennen und zugeben, dass es nicht gelungen sei.

Ingeborg Dieterich habe eigener Aussage zufolge das Gesellschaftskonzept entwickelt und den Aufbau über das normale Maß hinaus intensiv begleitet: "Das alles gebe ich nicht einfach auf."

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