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Lokales

24. November 2017 | 05:00 Uhr

Umschlag im Hafen sinkt deutlich

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erstellt am 13.Aug.2012 | 10:16 Uhr

Rostock | Die stagnierende Wirtschaft hat die Umschlagszahlen im Rostocker Hafen kräftig sinken lassen. "Wir verzeichnen im ersten Halbjahr 2012 ein Minus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr", sagt Dr. Ulrich Bauermeister, Geschäftsführer der Hafenentwicklungsgesellschaft Rostock (Hero). 11,2 Millionen Tonnen Güter gingen über die Kaikanten im Seehafen und an den anderen Hafenanlagen. 2011 hatte der Hafen schon einmal einen Umschlagsrückgang von sechs Prozent hinnehmen müssen.

Erschwerend würden sich auch die Ausbauarbeiten der Deutschen Bahn auf der Strecke Rostock-Berlin und der dadurch entstehende Frachtverlust auswirken, so Bauermeister. Zudem wird gerade der Terminal für den Kombinierten Ladungsverkehr umgebaut. "Das machen wir bei laufendem Betrieb", sagt Bauermeister. Das Umschlagterminal für Schienen-, Straßen- und Schiffsgüter werde bis Ende 2013 auf 30 000 Quadratmeter erweitert. In diesem Jahr werde im Rostocker Hafen für rund 50 Millionen Euro investiert, kündigte Bauermeister an. "Der Hafen ist und bleibt eine permanente Baustelle." So seien etwa 21 Millionen Euro für den weiteren Ausbau des Fähr- und Ro-/Ro-Terminals sowie der Umschlaganlage für den Kombinierten Ladungsverkehr vorgesehen.

Von den 10,4 Millionen Tonnen allein im Seehafen umgeschlagener Güter entfielen 6,3 Millionen Tonnen auf die rollende Fracht des Fähr- und Ro-/Ro-Verkehrs, wie Bauermeister sagte. Auch in diesem Segment gab es ein Minus von fünf Prozent. Der Anteil der Fähr- und Ro-/Ro-Güter am Gesamtumschlag im Hafen betrug im ersten Halbjahr 61 Prozent. Vorzeigebereich ist und bleibt jedoch der Passagierhafen. Mit 180 Anläufen von 39 Kreuzlinern ist Warnemünde in dieser Saison der beliebteste deutsche Anlaufpunkt der Kreuzfahrtschiffe. Auch die Zahl der Fährpassagiere von und nach Nordeuropa von Januar bis Juni 2012 sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht um 1000 auf 851 000 gestiegen, so der Hafenchef.

Dennoch ist Jens Aurel Scharner, Geschäfsführer bei TT-Line, mit den Zahlen unzufrieden: "Wir hatten schon die Ziele für 2011 nicht erreicht und deswegen die für 2012 niedriger gesteckt." Das Reiseverhalten der Fahrgäste habe sich verändert. Die Zahlen hätten sich zwar stabilisiert, aber eben nicht gesteigert. "Wir wollen zurück auf das Niveau von vor vier bis fünf Jahren."

Unklar bleibt unterdessen, wann genau die für die Route Rostock-Gedser vorgesehenen beiden neuen Fähren von Scandlines ihren Betrieb aufnehmen. "Wir haben seit März 2012 unsere internen Planungen fünf- bis sechsmal verändert. Jetzt aber machen wir das nicht mehr. Jetzt warten wir ab, wann die Fähren fertig sind", sagte Geschäftsführer Søren Poulsgaard Jensen. Einen konkreten Zeitpunkt könne er nicht nennen. Technische Probleme hatten die Fertigstellung der Fähren "Berlin" und "Copenhagen" bei der P+S-Werft in Stralsund verzögert. Scandlines hat vor Kurzem seine Frachtrouten an Stena-Line verkauft und will sich künftig auf die Strecken Rostock-Gedser, Puttgarden-Rødby und Helsingør-Helsinborg konzentrieren.

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