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Nadelöhr Paulsdamm wird zur Herausforderung : Umgehende Lösung gesucht

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Etwa sieben Kilometer fehlen noch, bis die Umgehungsstraße rund um die Landeshauptstadt fertig ist. Doch die letzten Kilometer haben es nach Ansicht des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in sich.

Schwerin | Etwa sieben Kilometer fehlen noch, bis die Umgehungsstraße rund um die Landeshauptstadt fertig ist. Doch die letzten Kilometer haben es nach Ansicht des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in sich. Großes Nadelöhr in der Planung ist die Querung des Schweriner Sees. Von ursprünglich zehn Varianten stehen zurzeit noch drei Lösungen zur Debatte: der Ausbau des Paulsdamms, eine Trasse neben dem Paulsdamm und eine Seebrücke. Alle drei Varianten stellen Planer und Naturschützer vor Herausforderungen.

"Der Paulsdamm führt durch ein Feuchtgebiet, vorbei an einem Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Gebiet", sagt Arndt Müller vom BUND. Für Straßenbauprojekte gebe es in solchen Arealen "erhebliche Beeinträchtigungen" beziehungsweise hohe Auflagen für den Bauträger.

So müssen bei einer Trassenführung, die vom Paulsdamm abweicht und beispielsweise parallel zur heutigen Fahrbahn verläuft, so genannte Ausgleichsflächen gefunden werden. Allerdings sei das in den Augen von Müller eine unbefriedigende Lösung. Der Lebensraum des betroffenen Feuchtgebietes würde unwiederbringlich verloren gehen, wie er meint. Auch ein vierspuriger Ausbau des bestehenden Paulsdamms würde nach Ansicht des Experten ähnlich gravierend in den Lebensraum eingreifen.

Die dritte Variante ist ein Brückenschlag über die Nordspitze des Schweriner Innensees, südlich des Paulsdamms. "Abgesehen von den horrenden Kosten und dem riesigen Bauaufwand zeigt das Beispiel Jarmen, wie viel Nutzen so ein Projekt bringt", sagt Müller. In Jarmen führt die A 20 über den Fluss Peene. Der Bau hatte nach Angaben des BUND erhebliche Kosten verursacht. Ein ähnliches Szenario befürchtet Müller auch bei dem Bau einer Überführung über den Innensee. Dennoch macht die letztere Lösung für ihn aus Sicht des Naturschutzes am meisten Sinn. Allerdings unter einer Voraussetzung: Der Paulsdamm sollte zurückgebaut werden, "wenn keine Fahrzeuge mehr durch das Schutzgebiet rollen", sagt er.

Obgleich dieser drei Szenarien ist das Projekt laut BUND rechtlich gesehen nur genehmigungsfähig, wenn das öffentliche Interesse an der Straßenführung überwiegt.

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erstellt am 05.Jun.2011 | 07:43 Uhr

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