zur Navigation springen
Lokales

12. Dezember 2017 | 01:50 Uhr

Überflutungsgefahr nun gebannt

vom

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2010 | 06:19 Uhr

Neu Kaliß | "Ich fühle mich jetzt sicherer", meint Sven Fögel aus Heiddorf, überzeugt dass die neue, massiv ummauerte Hochwasserspundwand direkt vor seinem Haus auch ihren Zweck im Fall der Fälle erfüllen wird. Auch das Ehepaar Alfred und Karin Neumann aus Neu Kaliß ist begeistert über den neuen, noch nicht begrünten und erst am 9. August wieder freigegebenen neuen Kalisser Damm. Der nun um fast einen Meter erhöht, nicht allein drohende Wasserfluten besser abhält, sondern schon jetzt eine gern genutzte Abkürzung und zugleich ein Radwanderweg ist. Im vergangenen September gab das Landesdezernat Umwelt, Wasser und Boden in Schwerin den Startschuss für den Baubeginn des Hochwasserschutzes in der Gemeinde Neu Kaliß. Rund 2,6 Millionen Euro sind ausgegeben, wenn die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen in Höhe von rund 100000 Euro im kommenden Jahr abgeschlossen sein sollen. Diese Summe floss zu 60 Prozent aus Bundes- und zu 40 Prozent aus Landesmitteln zusammen.

Der Hochwasserschutz mit Ausnahme kleinere Baumaßnahmen steht bereits jetzt, heißt es vom Abteilungsleiter in der Dömitzer Außenstelle der Schweriner Behörde, Walter Klarmann. Selbst hat er die beiden bedrohlichen Hochwasserfluten in den Jahren 2002 und 2006 miterlebt (SVZ berichtete). Hautnah war er dabei, wie das Wohnheim im so genannten Krankenhauspark evakuiert werden musste. Solche Rettungsaktionen sollen mit den insgesamt 1,1 Kilometer langen Schutzwällen aus bis zu neun Metern in den Erdboden eingelassenen Spundwänden der Vergangenheit angehören. "Oberirdisch garantieren die Schutzbauten trockene Füße bis zu einer Höhe von 18,10 Metern über Normal Null (m ü. NN)", informiert Klarmann. "Das bedeutet nun in der Gemeinde Neu Kaliß fast einen Meter mehr Schutz vor gefährlichen Fluten entlang der Elde-Müritz-Wasserstraße."

Die Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Region beschäftigt Politik und Verwaltung bereits seit mehr als 15 Jahren, erinnert sich Klarmann. Seit dem Jahre 1997 habe das Land mittlerweile über 20 Millionen Euro investiert. Mit dieser Schutzmaßnahme dürften auch die rückwärtigen Wohngebiete zwischen Elbe und Elde vor folgenschweren Fluten sicher sein, so Klarmanns Einschätzung. Für die Bauarbeiten war eine Spezialfirma aus Berlin hauptverantwortlich, heißt es von ihm. Spezielle Anforderungen, insbesondere Auflagen für den Naturschutz, erforderten Spezialisten. Das so genannte Einvibrieren der Spundwände durfte ausschließlich nur vom Wasser her erfolgen. Für die 750 Meter lange Spundwand nahe der Neu Kalisser-Schleuse (allein Kosten von über einer Million Euro) mussten allerdings 150 Bäume unter den Schnitten von Kettensägen kippen. Die Vielzahl der Arbeiten erfolgte im Spätherbst und in den Wintermonaten, damit die Schifffahrt auf dem Kanal in der Hauptverkehrszeit ohne komplizierte Ampelführung freie Fahrt hatte, erläuterte der Wasserschutzexperte den Bauverlauf.

Erfreulich, dass auch Firmen und Betriebe aus der Neu Kalisser-Region Aufträge erhielten, die für Beschäftigung in den Wintermonaten sorgten, freute es Amtsvorsteher und Bürgermeister Burkhard Thees (FDP). Er zeigt sich sicher, dass die schlimme Überflutung in den Jahren 1954 und 1956 sich nun nicht wiederholen. Froh ist er zudem über den "doch reibungslosen Bauverlauf", der auch durch kostenlose Grundstücksüberlassungen möglich wurde. Die Gemeinde selbst hatte ebenfalls Flächen abgegeben, und die Kommune wird nach der Übergabe der Schutzbauwerke die Pflege der Deichverteidigungswege übernehmen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen