Tschüß, Hubbrücke!

Heute demontieren Bauarbeiter die letzten Teile der historischen Hubbrücke von Schwaan. Damit endet die über 80-jährige Geschichte des historischen Bauwerkes, das so lange das Bild der Warnowstadt prägte.

von
18. August 2009, 09:29 Uhr

Schwaan | "Wir schaffen es, in den Weltraum zu fliegen, aber nicht, so ein Denkmal zu erhalten", sagt Klaus-Dieter Gaulke am Sonnabend während des Brückenfestes und sprach damit vielen Menschen aus dem Herzen. Mehr als ein Jahr haben sich viele Schwaaner dafür engagiert, den Abriss zu verhindern. Vergeblich.

Unmittelbar nach Abschluss des Brückenfestes begannen am Montag die Demontage-Arbeiten am Überbau der Brücke. "Viele Teile sind schon weg, auch die schweren Gewichte", erzählt gestern Mittag Schwaans Bürgermeister Peter Faix (CDU). Als "absoluten Unfug" bezeichnet Faix das Angebot des Straßenbauamtes Güstrow, den Oberbau der Brücke wieder irgendwo in Schwaan aufzustellen. Doch genau das sei möglich, wenn "es jemanden gibt, der mit der Brücke etwas Sinnvolles anstellen kann", sagte gestern Ronald Normann vom Straßenbauamt Güstrow. Deshalb werden die Teile nicht eingeschmolzen, sondern in einer Straßenmeisterei eingelagert. "Wenn heute der 1. April wäre, würde ich das noch als Aprilscherz auffassen", sagt Horst Lippert (CDU). Der Bürgervorsteher war selbst ein großer Verfechter des Erhalts der Hubbrücke. Doch jetzt, wo alles entschieden sei, sich selbst der Denkmalschutz dagegen ausgesprochen habe, könne er ein solches Ansinnen nicht mehr für ernst halten. "Wer soll das machen und wo?", fragt auch Peter Faix.

Ganz anders sieht das der Grünen-Abgeordneter Rüdiger Zöllig. "Es ist zwar nicht das, was wir wollten, nämlich die Brücke an ihrem Standort erhalten." Aber es eröffne die Möglichkeit, mit dem Oberbau etwas zu erhalten, "was man sich später nicht nur auf Bildern anschauen kann, sondern, wo man noch zeigen kann, wie so etwas funktioniert". Er wüsste schon, wo man so etwas in oder bei Schwaan aufstellen könnte, habe auch schon eine konkrete Idee. Mehr wollte Zöllig aber gestern noch nicht preisgeben.

Fortsetzung folgt!?

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen