Trockenschäden auf Prignitzer Feldern

svz.de von
07. Juli 2010, 09:39 Uhr

Prignitz | Hitze und Trockenheit schädigen die Feldfrüchte auch in der Prignitz. Wie Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz, bestätigt, seien Verluste bei Getreide und Mais zu erwarten, wenn die Witterung anhalte. Allerdings wäre die Lage in der Prignitz noch nicht so dramatisch, wie beispielsweise in Teilen Südbrandenburgs, wo bereits die Notreife einsetzte. "Die Situation ist ohnehin regional sehr unterschiedlich, je nachdem wo wir noch Niederschläge hatten oder auch nicht", so Stettin. Die Pflanzen seien im feuchten Frühjahr verwöhnt worden. Wasser war genügend da, so dass sie nicht so tief zu wurzeln brauchten. So dringend Regen benötigt wird, "sehr schlecht wäre jetzt starker Niederschlag oder gar Hagel auf den Getreideschlägen. Dann läge alles flach."

Am wenigsten werden voraussichtlich Gerste und Raps unter den Witterungsbedingungen leiden. "Bei Gerste ist die Kornfüllungsphase abgeschlossen, sie wird in Kürze geerntet. Raps kann Trocken- und Hitzeperioden aufgrund der tiefreichenden Wurzeln ganz gut kompensieren", erläutert Friedrich von Möller vom Gut Groß Langerwisch (Gemeinde Groß Pankow). Hier baut die Hölscher, Leuschner, Quittmann GbR auf rund 1500 Hektar Raps, Gerste und Weizen an.

Größere Ausfälle seien bei Weizen, Mais, Roggen und auch Grünland zu befürchten. Das sagen Siegfried Schlestein, stellvertretender Geschäftsführer der Landgenossenschaft Pröttlin, und Dirk Glaeser, Geschäftsführer der Agrarproduktivgenossenschaft (APG) Abbendorf. Was die Feldfrüchte anbelangt, seien vor allem Standorte mit leichten Böden betroffen, zudem Kartoffelflächen, die nicht beregnet werden. "Genauer kann ich das für unsere Äcker aber erst kommende Woche abschätzen", so Schlestein. Die Pröttliner bewirtschaften 2900 Hektar mit Getreide, Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben. Außerdem gehören 660 Hektar Grünland zu den Flächen der Genossenschaft.

Knapp das Dreifache an Grünland hat die APG Abbendorf. "Ob wir den dritten Schnitt noch durchführen können, ist ungewiss. Bleibt es heiß und trocken, verbrennt die Grasnarbe. Das ist bei uns nicht ganz so dramatisch wie bei den Kollegen weiter nördlich an der Elbe, die sehr viel mehr Tiere auf der Weide zu stehen haben", macht Dirk Glaeser deutlich. Die Maisblätter, so Glaeser, rollen sich auf leichten Böden schon. "Erst fehlte die Wärme, jetzt ist es das Wasser." Mit Prognosen hält auch Glaeser sich noch zurück. Gebe es weitere zehn sonnenreiche, trockene Tage am Stück, seien größere Ausfälle sehr wahrscheinlich.



Auch Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, konstatierte auf dem Bauerntag in Berlin Trockenschäden an Getreidepflanzen, insbesondere in Norddeutschland, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen