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Lokales

23. November 2017 | 14:18 Uhr

Trauriges Ende einer Meisterfeier

vom

svz.de von
erstellt am 22.Jun.2010 | 06:10 Uhr

Dabel | Der Jubel der Dabeler Fußballer über den Kreismeistertitel hielt nicht lange vor. Nach nur anderthalb Stunden musste Fußball-Abteilungsleiter Sven Westphal die Meisterfeier auf Grund einer Schlägerei abbrechen. "Ich bin total schockiert", sagte er gestern gegenüber SVZ.

Das Team aus Groß Laasch war am Sonnabend mit Unterstützung von rund 50 Fans und zwei Bussen in Dabel angereist. Für die Gäste verlief das Spiel enttäuschend. Sie verpassten auf Grund eines 2:2 im Hinspiel und einer torlosen Partie in Dabel den Kreismeistertitel und den Aufstieg in die Landesklasse ganz knapp. Nur ein Tor hätte für einen Triumph der Gäste gereicht. (SVZ berichte).

"Dann bekamen wir Pokal und Urkunde", erinnerte sich gestern Sven Westphal. "Alles lief friedlich ab. Die Dabeler und die Groß Laascher hätten noch ein Bier getrunken. Und Westphal war gerade dabei, mit dem Trainer vom anderen Team ein Freundschaftsspiel zu vereinbaren. Dann wandelte sich die Meisterfeier in eine Schlägerei.

Zu dem konkreten Ablauf wollte sich Westphal gestern nicht äußern, da gerade ermittelt wird. Ein 30-Jähriger meldete sich bei der Polizei in Schwerin, nachdem er sich in ärztliche Behandlung begeben hatte. Nach SVZ-Informationen soll es sich um einen Dabeler Spieler handeln. Er berichtete bei der Polizei von einer Schlägerei zwischen mehreren Personen. Die Auseinandersetzungen hätten begonnen, als ein Tornetz von gegnerischen Fans in Brand gesteckt worden sei. Der Fußballer sagte, dass ihm ein Zahn ausgeschlagen und mehrere abgebrochen worden sind.

Soweit bestätigte der Dabeler Fußball-Abteilungsleiter den Vorfall. Und er erklärte auch, dass Trainer und Fußballer des SV Groß Laasch gegen die eigenen Fans eingeschritten sind und so Schlimmeres verhindert haben.

Die Groß Laascher Fans sind nicht das erste Mal aufgefallen, erklärte gestern ein Kenner der Szene in diesem Dorf gegenüber SVZ. Einige von ihnen wirken latent aggressiv. Sobald sie Alkohol getrunken haben, schlägt die Stimmung zuweilen in offene Aggressivität um.

Die Polizei rollt den ganzen Fall auf. Die Anzeige des 30-Jährigen wegen Körperverletzung und eine weitere wegen Sachbeschädigung seien aber bisher die einzigen, so Polizeisprecher Niels Borgmann. Um die Geschehnisse aufzuklären sucht man weitere Geschädigte und Zeugen des Vorfalls. Hinweise dazu nimmt die Polizei in Sternberg unter Telefon 03847-4327 0 entgegen.

Die Polizei wird nicht nur wegen der Körperverletzung ermitteln, sondern auch, ob es möglicherweise vorher Hinweise auf die Auseinandersetzung gegeben hat. Es gebe szenekundige Beamte, die mit dem Klientel Gespräche führen, sagt Borgmann. Allerdings könne auch nicht jedes Fußballspiel unter polizeilicher Beobachtung stehen. Für die Vereine sei es echt übel, mit solchen Vorfällen in Verbindung gebracht zu werden, weiß der Polizeisprecher. "Der Ruf lebt noch lange nach." So ist bis heute Dynamo Schwerin wegen der Ausschreitung der Fans bundesweit bekannt. Dabei sei dort schon lange nichts mehr passiert.

"Ich bedaure das sehr", erklärte gestern Dabels Bürgermeister Herbert Rohde, nachdem er von den Vorfällen erfuhr. Das sei nicht schön für eine Mannschaft, die aufsteigt und auch nicht gut für die Gemeinde. Rohde verweist auch darauf, dass die Fußballer Gäste auf einem privaten Platz waren. Der frühere Sportplatz der Bundeswehr gehört heute der Firma Dauerholz. Man müsse Maßnahmen einleiten, dass es nicht noch einmal passiert, meinte Rohde.

Während des Spiels, als die Ordnungskräfte präsent waren, lief alles ruhig, berichtete gestern ein Beobachter. Ob der Vorfall weitere Konsequenzen für den SV Dabel hat, stand gestern noch nicht fest.

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