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Lokales

11. Dezember 2017 | 23:54 Uhr

Trauer und Unverständnis am Tag nach der Tat

vom

svz.de von
erstellt am 21.Jun.2011 | 07:13 Uhr

Hagenow | Dienstag Abend war der 26-jährige Tatverdächtige, gegen den es nun einen Haftbefehl wegen Mordes gibt, noch im Hagenower Krankenhaus. Seine Transportfähigkeit werde geprüft. Sobald die gegeben sei, würde der Ehemann des Opfers ins Bützower Haftkrankenhaus verlegt, teilte Volker Werner, der Sprecher des Rostocker Polizeipräsidiums gestern auf Anfrage unsere Redaktion mit.

Inzwischen gibt es auch ein wenig mehr Klarheit über den Ablauf der Tat. Nach SVZ vorliegenden Informationen war Sergej zunächst ganz normal in einem grünen Audi vor der Konsumverwaltung vorgefahren und hatte sich ganz offiziell zum Besuch seiner Ehefrau Tanja L., die dort ein Praktikum absolvierte, angemeldet. In der Baracke kam es dann wohl zum Streit und zur Tat. Danach lief der 26-Jährige wieder aus der Baracke zum Auto und stieß sich dort das Tatmesser in den Bauch. Danach, so wurde es gestern berichtet, habe er versucht, wieder in die Baracke einzudringen. Die hatten Mitarbeiter des Konsums aber schon geistesgegenwärtig verschlossen. Der Täter schlug noch die Scheibe ein, kam aber nicht mehr in die Baracke. Schließlich wollte er fliehen und lief der Polizei fast direkt in die Arme und brach dann zusammen. Wieder hatten die Mitarbeiter des Konsums schnell reagiert und die Polizei alarmiert. Glück im Unglück, ein Streifenwagen war zufällig in der Nähe, so glückte der Zugriff.

Mögliches Motiv des Täters, der auch der Vater des Kindes von Tanja L. sein soll, war Eifersucht. Jedenfalls wird ihm das von Bekannten aus Hagenow nachgesagt. Sergej galt den meisten jedoch als ruhig und wenig auffällig. Bekannt war er vielen durch seine Autoreparaturen, die er für seine Freunde, die meist Russlanddeutsche sind, ausführte.

Mit Tanja L. lebte er schon eine Weile zusammen, allerdings soll es in jüngster Zeit zwischen den beiden Streit gegeben haben. Sergej, der einigen auch als durchaus gewitzt galt, war vor mehr als acht Jahren nach Deutschland gekommen. Über seinen Beruf ist wenig bekannt. Dennoch sind sich alle, die ihn kennen einig, dass ihm eine derartige Tat niemand auch nur im Ansatz zugetraut hätte.

Über das Opfer, das ebenfalls vor mehr als acht Jahren aus Abakan nach Deutschland kam, ist viel Gutes bekannt geworden. Sie hatte sehr gute Aussichten beim Konsum als Bürokauffrau übernommen zu werden. Sie stand vor einigen Prüfungen und galt als fleißig und begabt. In der Verwaltung des Konsums war normale Arbeit gestern nur teilweise möglich, vor allem für die, die dicht am Geschehen dran waren.

Tanja selbst galt den russischsprachigen Freunden als lebenslustig, sie sei jedoch kein Diskotyp gewesen, sei nicht viel weggegangen. Sie galt als umgänglich und sympathisch, und sie hatte noch viel vor in ihrem Leben. Bester Beweis ist der berufliche Weg, den sie eingeschlagen hatte. Warum sie sterben musste, bleibt daher allen, die sie kannten, ein völliges Rätsel.

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