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Mitten in der Tourismus-Saison wird Gastrasse bei Boltenhagen neu verlegt : Trassenbau vergrätzt Urlauber

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Im Hinterland der Ostsee regt sich Ärger: Radfahrer sind sauer, weil der Radweg zwischen Klütz und Boltenhagen nicht mehr zu befahren ist. Die Hauptstrecke zwischen den Touristenorten ist komplett aufgegraben.

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erstellt am 17.Jul.2011 | 06:52 Uhr

Klütz | Im Hinterland der Ostsee regt sich Ärger: Radfahrer sind sauer, weil der Radweg zwischen Klütz und Boltenhagen nicht mehr zu befahren ist. Die Hauptstrecke für Fahrräder zwischen den Touristenorten ist komplett aufgegraben, weil dort eine Gasleitung verlegt wird. "Ein katastrophaler Zustand", sagt Amtsvorsteher Dietrich Neick. Einheimische und Touristen beschweren sich zudem über den Zeitpunkt: "Wie kann es sein, dass die Arbeiten in der Hauptsaison durchgeführt werden", fragen viele.

Die meisten Radler weichen derzeit auf die Landesstraße zwischen Klütz und Boltenhagen aus, riskante Fahrten zwischen den Autos würden zum Alltag gehören. Das Amt Klützer Winkel fordert jetzt, dass das Straßenbauamt etwas unternimmt. "Wir finden diesen Zustand genauso unmöglich wie die Radfahrer", erklärt Amtsvorsteher Dietrich Neick. Täglich würden Beschwerden eingehen. Von den Baumaßnahmen habe das Amt zwar gewusst, nicht aber davon, dass die Strecke mitten in der Hauptsaison aufgerissen wird. Die Radfahrer hätten umgeleitet werden müssen, sagt die Leitende Verwaltungsbeamtin aus Klütz, Maria Schultz. Die aktuelle Situation sei "unbefriedigend". Ihr Vorschlag: Eine Umleitung über Wichmannsdorf.

Die Arbeiten am Radweg sind eine Maßnahme der E.ON Hanse AG, heißt es vom Landesstraßenbauamt in Schwerin. Die Gasleitung müsste wegen der geplanten Umgehungsstraße verlegt werden, weil die alte Trasse im Bereich der künftigen Straße liege, erklärt Baudezernent Wilfried Schubert. Auch seien die Arbeiten unbedingt jetzt erforderlich, damit der Baubeginn der Klützer Umgehungsstraße nicht verzögert wird. Laut Landesstraßenbauamt Schwerin sollen die Arbeiten bis 1. September beginnen. "Wir drängen die E.ON Hanse, die Sperrung des Radweges schnellstmöglich aufzuheben", sagt Schubert.

E.ON Hanse-Pressesprecher Volker Mielisch bestätigt, dass die Verlegung der Gastrasse eine Vorbereitung für den Bau der Umgehungsstraße sei. "Es tut uns leid, dass die Radfahrer aufgehalten werden, aber der Verlauf der neuen Trasse sowie der Zeitraum der Arbeiten sind uns vorgegeben worden", erklärt er. Auftraggeber ist das Landesstraßenbauamt.

Derzeit werde vor Klütz an zwei Stellen gearbeitet: Auf einem Acker an der Straße werden 200 Meter Leitung verlegt, weitere 700 Meter müssen neben dem Radweg in die Erde kommen. Mit der neuen Hochdruckleitung soll Boltenhagen komplett mit Gas versorgt werden. "Das ist ein 15 Zentimeter dickes Stahlrohr, das rund 40 Jahre lang beständig bleibt", erklärt Volker Mielisch. Die Kosten für die Maßnahme würden rund 140 000 Euro betragen. Damit die Arbeiten schnell abgeschlossen werden, hat die E.ON Hanse nach eigenen Angaben ein Spezialisten-Team vor Ort, das hochmoderne Technik benutzt. "Damit ist es möglich, dass es beim Neuanschluss der Gasleitung zu keiner Unterbrechung in der Versorgung kommt", sagt Mielisch. Damit wolle man die Gastronomie im Ort unterstützen. Geplant ist die Umbindung für Anfang der kommenden Woche. Bis Ende Juli sollen die Arbeiten des Versorgers am Radweg abgeschlossen sein, sagt Mielisch.

Boltenhagens Kommunalpolitiker Christian Schmiedeberg (CDU), ärgert die Sperrung des Radweges dennoch: "Wenn das Straßenbauamt solche Maßnahmen in der Saison genehmigt, dann wissen die wohl nicht, dass wir vom Tourismus leben."Gerade im Juli und August würden viele Rad-Touristen die Strecke nutzen wollen. Daher hätte man die Baustelle zeitlich verschieben sollen.

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