zur Navigation springen
Lokales

22. November 2017 | 10:26 Uhr

Traditionshaus soll auch Hotel werden

vom

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2010 | 06:49 Uhr

Altstadt | Rund um das Weinhaus Uhle wird seit Monaten für das neue Schloss-Quartier gearbeitet. Investor Dr. Horst Brandt zollt dem Traditionsunternehmen auch dadurch seinen Respekt: Modernes Wohnen in historischen Mauern nennt Brandt das, denn selbst der alte markante Schriftzug "Joh. Uhle" wird weiter die Fassade des ehemaligen Speichers der Weingroßhandlung zieren. Am Hauptsitz des Weinhauses tat sich bislang jedoch nur wenig. Das hat sich nun geändert.

Mit Monatsbeginn hat der Gastronom und Hotelier Ernst Matheis das übernommen. Die bisherigen Pächter haben das Geschäft aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben, berichtet Gerd-Ulrich Tanneberger, Geschäftsführer des Trierer Bürgervereins von 1864, dem das Unternehmen gehört. Matheis habe einen Teil des Personals übernehmen können, lediglich zwei Tage lang war das Weinhaus Wöhler geschlossen gewesen.

Doch es soll sich weit mehr verändern im mit 259 Jahren dienstältesten Unternehmen der Landeshauptstadt. Der Trierer Bürgerverein möchte das Haus zu einem Hotel ausbauen, dabei aber natürlich den Charme des Weinhauses erhalten. "Die künftigen Aktivitäten stimmen wir sehr eng mit Dr. Brandt ab, denn wir wollen möglichst alle Arbeiten vom Hinterhof aus bewerkstelligen, um den Restaurantbetrieb aufrecht zu erhalten", erklärt Tanneberger.

So werde zuerst die alte Herrentoilette links vom Haupteingang abgerissen. Dort soll ein Treppenhaus und ein Fahrstuhl gebaut werden. Im Kellergeschoss entstehen zuvor die sanitären Anlagen neu - inklusive eines behindertengerechten WCs. "Das müssen wir jetzt fertigstellen, ehe Dr. Brandt mit dem Bau der Tiefgarage beginnt", erklärt Tanneberger.

Entstehen sollen auf der Gesamtfläche von 2200 Quadratmeter - rund 600 davon nutzt das Restaurant - insgesamt 24 Hotelzimmer. "Unser Ziel ist eine Kategorisierung von Vier-Sterne-plus", sagt Tannberger. "Wir wollen uns von der Qualität her mit dem Crowne Plaza und dem Niederländischen Hof messen." Einen kombinierten Konferenz- und Speiseraum soll es zudem im neuen Dachgeschoss geben, das mit Panoramafenstern ausgestattet werde.

Der beliebte Rittersaal im ersten Obergeschoss soll den Planungen zufolge auch weiterhin für private Feiern buchbar sein oder Reisegruppen zur Verfügung stehen. "Besonders bei Kreuztfahrern, die in Warnemünde vor Anker gehen, ist der Rittersaal nach wie vor eine beliebte Adresse für das Mittagessen während des Schwerin-Besuches", weiß Tanneberger zu berichten.

Die Um- und Neubauten sind Tanneberger zufolge von der ersten Planungsphase an mit den Denkmalpflegern abgestimmt, da es sich bei dem Gebäude um ein Einzeldenkmal handelt. Der Geschäftsführer lobt ausdrücklich die "sehr gute Abstimmung". "Wenn man solche Schätze im Haus hat, wie geschnitzte Treppenläufe, spezielle Fensterschließer oder alte Bodenfliesen, wären wir schlecht beraten, die nicht erhalten zu wollen", sagt Tanneberger.

Die Arbeiten am 1926 zuletzt umgebauten Haus sollen im Frühjahr 2012 beendet sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen