Tourismus GmbH: Verein gibt nach

Dietmar Vogel, Vorsitzender Warnemünder Gewerbeverein
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Dietmar Vogel, Vorsitzender Warnemünder Gewerbeverein

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27. Juli 2010, 08:45 Uhr

Warnemünde | Der Handels- und Gewerbeverein Warnemünde legt seine Marketing-Alternative auf Eis. Das ist das Ergebnis der Gespräche, die zwischen Vertretern des Gewerbevereins und der Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing (RGTM) geführt wurden. Laut Angaben des Vereinsvorsitzenden Dietmar Vogel sei die Gesellschaft den Forderungen der Warnemünder entgegengekommen. Deshalb wolle der Gewerbeverein die RGTM vorerst nicht mehr blockieren. Nach Ende der laufenden Saison werde erneut Bilanz gezogen.

Grund für das Umschwenken: Der Gewerbeverein bekommt einen Sitz im Fachbeirat der GmbH. Dieser ist als Expertengremium im Konzept der RGTM fest verankert. Schon bei Gründung der städtischen Marketinggesellschaft hatte Geschäftsführer Matthias Fromm betont, dass das Angebot RGTM durch den Beirat entscheidend mitbestimmt würde. Vertreter der Hotelbranche waren in den Entstehungsprozess der Tourismus GmbH eingebunden und hatten sich für die Einrichtung des Beirates ausgesprochen. Doch in Warnemünde regte sich Widerstand: Vor etwa zwei Wochen hatte der Gewerbeverein angedroht, eine Alternative zur städtischen Marketing GmbH ins Leben zu rufen. Vereinsvorsitzender Vogel und seine Mitstreiter begründeten: Die GmbH habe Zusagen gegenüber den Leistungsträgern der Tourismuswirtschaft nicht eingelöst.

RGTM-Geschäftsführer Fromm sieht den Grund für die Differenzen in der Kommunikation: "Die Forderungen des Handels- und Gewerbevereins hatten wir aus unserer Sicht bereits erfüllt." Dem Appell der kleineren Vermieter für eine neue Staffelung der Marketingumlage war die RGTM lange vor dem Aufschrei der Warnemünder nachgekommen. Auch Rabatte für die größeren Hotels sind in das Programm der Tourismus Gesellschaft aufgenommen worden. "Eine Spaltung ist für keine Seite von Vorteil", betont Fromm. Er tritt für eine Bündelung von Kräften und einen einheitlichen Auftritt der Hansestadt nach außen ein.

Vogel wertet die Gespräche mit der RGTM als vollen Erfolg für die Warnemünder. "Im Ergebnis stellen wir fest, dass die von uns formulierten Forderungen auf Akzeptanz gestoßen und letzte Kommunikationsdefizite ausgeräumt sind", sagt der Vereins-Chef. Weiterhin hatten die Warnemünder darauf gepocht, andere touristische Leistungsträger wie zum Beispiel aus der Gastronomie und dem Handel an der Marketingumlage zu beteiligen. Auch dieser Punkt war Teil des GmbH-Konzepts, wie es bei der Gründung am 1. Juni vorlag. Ab dem kommenden Jahr sollen Maßnahmen greifen, die beispielsweise Gaststätten oder Träger von Freizeitangeboten einbinden.

Wichtig findet Vogel auch die Zusage, dass die Tourismuszentrale und die Marketing GmbH das Hauptprojekt des Vereins, nämlich saisonverlängernde Maßnahmen, unterstützen. Das betrifft beispielsweise die Gestaltung des Seebades Warnemünde zum schönsten Weihnachtswinterdorf an der Ostseeküste. Touristischer Leistungsträger vor Ort ist auch nach der Gründung der GmbH die Tourismuszentrale. Während die RGTM dafür Sorge tragen soll, Urlauber in die Stadt zu bringen, betreut die Tourismuszentrale Gäste in der Stadt. Dazu gehört auch die Koordinierung von Veranstaltungen mit touristischem Hintergrund. Die RGTM soll für die Präsentation der Hansestadt und des Ostseebades sorgen. Wer daran teilhaben will, muss eine Marketingumlage entrichten. Diese ist nach Bettenzahl gestaffelt und liegt zwischen 300 und 8000 Euro pro Jahr. Die Preise sorgten bei einigen Hotels, Pensionen und Privatvermietern zunächst für Aufregung. Nun fordert der Gewerbeverein jedoch dazu auf, der städtischen GmbH einen Chance zu geben.

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