Früherer Hansa-Profi Florian Weichert dreht für ARD : Torjäger hinter der Kamera

Seitenwechsel: Heute setzt Florian Weichert mit seiner Kamera Sportler ins rechte Licht, nachdem er früher als Fußball-Profi selbst im Rampenlicht stand.imago
1 von 2
Seitenwechsel: Heute setzt Florian Weichert mit seiner Kamera Sportler ins rechte Licht, nachdem er früher als Fußball-Profi selbst im Rampenlicht stand.imago

Er erzielte für den FC Hansa Rostock den letzten Treffer der DDR-Oberliga, war der erste Torschütze eines Ostklubs in der Bundesliga und selbst Uli Hoeneß buhlte damals um seine Dienste: Fußballprofi Florian Weichert.

von
15. November 2010, 08:14 Uhr

Paris | Er erzielte für den FC Hansa Rostock den letzten Treffer der DDR-Oberliga, war der erste Torschütze eines Ostklubs in der Bundesliga und selbst Uli Hoeneß buhlte damals um seine Dienste: Fußballprofi Florian Weichert schrieb mit seinen Füßen Geschichte und stand sogar kurz vor dem Sprung zu Bayern München.

Nach seinem Karriereende 1997 wechselte der ehemalige Spieler vom Hamburger SV, Dynamo Dresden und VfB Leipzig die Seiten: Bei der Fecht-WM in Paris war der 42-Jährige als Kameramann für die ARD dicht am Geschehen. "Jörg Pilawa hat mich eigentlich zum Journalismus gebracht. Er wurde gewissermaßen zu meiner Hebamme", sagte Weichert: "Pilawa arbeitete damals bei einem Radiosender in Kiel und bat mich, als HSV-Profi doch mal ein Spiel beim FC St. Pauli zu kommentieren."

Zugute kam ihm damals, dass er sich schon im "Herbst" seiner Karriere auf die Zeit danach vorbereitet hatte. Er absolvierte Praktika im Medienbereich und wollte eigentlich beim Radio bleiben, doch über den ehemaligen MDR-Sportchef Wilfried Mohren kam der 86-malige Bundesligaspieler zum Fernsehen und arbeitet jetzt seit mehreren Jahren als "fester Freier" im Großraum Dresden fürs Erste.

An einen der Höhepunkte seiner Fußballer-Karriere erinnert sich Weichert, der in der Bundesliga insgesamt 14-mal zu Torschützenehren kam, immer noch. Nach der gewonnenen Meisterschaft mit dem FC Hansa 1991 trat der letzte DDR-Meister im Landesmeisterpokal gegen den späteren Sieger FC Barcelona an. "Das war der Hammer", erinnert sich der gebürtige Rostocker, der dabei eine kleine Sensation miterlebte. Nach dem 0:3 im Hinspiel gewann der Außenseiter vor eigenem Publikum im Ostseestadion mit 1:0.

Nach der Saison wechselte Weichert zum HSV, die Stationen VfB Leipzig und Dynamo Dresden folgten. Als er nach der Rückkehr nach Leipzig und dem dritten Kreuzbandriss seiner Karriere beenden musste, hatte er noch einen weiteren Rekord aufgestellt: Mit allen drei ersten "DDR-Clubs" stieg er ab. "Kann man nix machen", sagt er heute und zuckt gelassen mit den Schultern.

In einem Interview mit dem Magazin "11 Freunde" erinnerte er sich noch an einen weiteren, ganz besonderen Moment seiner Karriere. "Eines Tages klingelte das Telefon, meine Frau nahm ab und Uli Hoeneß war dran. Der hat dann mit seiner charmanten Art versucht, ihr klar zu machen, dass es besser wäre, wenn ich in der kommenden Saison beim FC Bayern spielen würde", so Weichert, der sich nach der ersten Saison in der Bundesliga aber dann für den HSV entschied: "Selbst die Frau vom Hoeneß hat dann versucht, ihr ein Leben in München schmackhaft zu machen. Aber die Bayern habe ich mir nicht zugetraut."

Die Fecht-WM in Paris war als Kameramann seine ersten Titelkämpfe, doch obwohl er schon vorher einige sportliche Ereignisse miterlebt hatte, nötigten ihm die Sportler auf der WM-Planche Respekt ab: "Es ist eine Kunst, mit welcher Geschwindigkeit die Aktionen geplant und punktgenau durchgeführt werden."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen