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Lokales

26. September 2017 | 04:10 Uhr

Sternberg : Top und Flop beim Markttag

vom

Wenig los auf dem Markttag in Sternberg. Warum? Das weiß hier so recht niemand. Fast auf den Tag genau vor einem halben Jahr ist der Markt vor das Sternberger Rathaus zurückgekehrt.

svz.de von
erstellt am 10.Nov.2011 | 11:22 Uhr

Ob es an der feuchten Kälte lag, die überall hinein kroch, oder daran, dass die Menschen sich erst langsam wieder auf diese Temperaturen umstellen müssen - eine plausible Erklärung fand niemand, warum der Markttag gestern in Sternberg so schleppend anlief. Er habe bislang gerade mal acht Euro eingenommen, beklagte einer der Textilienhändler, als die Uhr bereits kurz vor elf stand. Auch Andrea Bublitz, deren Obst- und Gemüsestand eine feste Größe ist, habe gefragt, was denn heute los sei, so wenig Betrieb habe sie selten erlebt, erzählt Marktleiterin Rosemarie Bartel vom Ordnungsamt.

Katrin Meyn, die Gartenbau- und Baumschulware samt Grabschmuck und Tannengrün anbietet, fehlt der Vergleich. Sonst steht ihr Mann Dirk, mit dem sie in Rom einen kleinen Familienbetrieb betreibt, auf dem Sternberger Markt, gestern aber war er zu einer Messe in Lübeck. Auch für sie habe der Markttag träge begonnen, sich dann jedoch gut entwickelt. "Vielleicht lag es am neuen Gesicht, das die Kunden an diesem Stand noch nicht kannten", sucht Katrin Meyn den Grund bei sich. "Mein Mann kommt immer zufrieden aus Sternberg. Ich denke, die Kunden honorieren, dass wir die Ware größtenteils selbst heranziehen. Und weil unser Stand jeden Mittwoch hier ist, können sie auch Pflanzen für die Woche darauf bestellen. Denn das komplette Sortiment passt nicht in den Transporter", so Meyn. Sie finde gut, dass auf dem Markt viele Frischeprodukte angeboten werden, von Brötchen über Fleisch, Wurst und Fisch bis zu Obst und Gemüse, aber auch kleine Dinge für den Alltag, ob Nähgarn oder Zubehör für die Küche, zollt die Fachfrau für Gartenbau der Angebotspalette in Sternberg Anerkennung. "Da passen unsere Erzeugnisse gut hinein."

Fleischer aus Dabel freut sich über gestiegenen Umsatz

Karin und Wolfgang Cords aus Dabel haben gerade einen Apfelbaum "Cox Orange" ausgesucht. Der solle am Nachmittag gleich in die Erde. "Wir sind nicht oft hier, nur wenn wir ein Ziel haben und etwas Bestimmtes kaufen wollen. Dann fahren wir gern her, denn der Markt ist recht nett, und man sieht stets bekannte Gesichter", so Karin Cords. Ebenfalls aus Dabel sind Roswita Moor und ihre Mutter Eva Krebs. Sie seien das erste Mal gekommen, seit der Markttag wieder an dieser Stelle ist. "Ich habe meine Mutter hergefahren", sagt Roswita Moor. "Mein Vater war früher jede Woche hier. Der Markt in Sternberg war sein ein und alles. Der ist auch eine gute Gelegenheit, mal aus dem Dorf herauszukommen." Für Mutter Eva Krebs hat sich die Fahrt gelohnt: Knoblauchgurken aus dem Fass, Wurst vom heimischen Fleischer, Hausschuhe und Grünes für den Friedhof.

An der Nudelpfanne reißt die Wartereihe wie jeden Mittwoch um die Mittagszeit kaum ab. Sie reicht bis vor den Wagen von Fleischer Dieter Krüger. Ob er bei diesem Anblick nicht fast neidisch werde? "Ach, was. Das ist eine nette und tüchtige Kollegin, sie hat es verdient", meint "Juch Fleischer" aus Dabel. "An meinem Stand war früh richtig was los. Hier oben auf dem Markt ist mein Umsatz gestiegen. Ich konnte auf dem Parkplatz auch nicht meckern, aber für mich ist es sogar besser geworden."

Fast auf den Tag genau vor einem halben Jahr ist der Markt vor das Rathaus zurückgekehrt, wo er bis 1993 schon einmal heimisch war, dann aber wegen langwieriger Bauvorhaben zunächst auf den kleinen und nach Fertigstellung auf den großen Parkplatz an der Stadtmauer wanderte. Über den erneuten Standortwechsel wieder in die Altstadt gab es geteilte Ansichten sowohl bei Händlern als auch Kunden. Das sei noch heute so, weiß die Marktleiterin, die mittwochs bei ihrem Rundgang für jedermann ein offenes Ohr hat. Einige könnten sich wenig mit dem Markt an dieser Stelle anfreunden, weil sie ihn jetzt für beengt halten. Älteren Menschen sei der Anstieg vom Parkplatz zu beschwerlich. "Andere finden das hier gut wegen der Atmosphäre, passend zur Altstadt", sagt Rosemarie Bartel. Alle Händler, die sich seinerzeit für den Sternberger Markt angemeldet haben, seien ihm treu geblieben und jeden Mittwoch zur Stelle. Das ändere sich in den nächsten Wochen allerdings vorübergehend. Einige ausländische Händler würden den Winter zu Hause verbringen. Einer von ihnen mit einem Textilienstand habe sich bereits gestern verabschiedet, sein Nachbar mit Lederwaren wechsele indes auf den Schweriner Weihnachtsmarkt, sobald dieser öffne. Die Nudelpfanne sei im Dezember nur die ersten beiden Wochen da. Der Markttag finde aber den ganzen Winter hindurch statt, außer zwischen Weihnachten und Neujahr am 28. Dezember. "Bei Schnee und Eis wird der eine oder andere Händler möglicherweise mal wegbleiben, aber fast alle haben gesagt, auch im Winter zu kommen", so Marktleiterin Bartel.

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