Tötet Gift Waldi und Susi?

Regina Schünke trauert um ihren Liebling Waldi, der nur drei Jahre alt wurde. Ihr Verdacht: Die Terrier-Dame und ihre Mutter Susi wurden vergiftet. Michael Köster
Regina Schünke trauert um ihren Liebling Waldi, der nur drei Jahre alt wurde. Ihr Verdacht: Die Terrier-Dame und ihre Mutter Susi wurden vergiftet. Michael Köster

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17. März 2010, 08:19 Uhr

Klein Gischow | Regina und Klaus-Dieter Schünke in Klein Gischow sind traurig. Kein fröhliches Hundebellen von ihren beiden Terriern Susi und Waldi mehr auf dem Hof. Denn die beiden leben nicht mehr. Und das, obwohl sie erst fünf und drei Jahre alt waren.

Hundemutter Susi starb am Sonntag. "Sie hat nichts mehr gefressen und getrunken, sie hat sich nur noch dahin geschleppt und gewinselt. Und dann war sie tot", sagt Regina Schünke.

Dasselbe folgte am Dienstagabend mit der "Hundetochter" Waldi. "Wir haben sie noch in die Wohnung geholt und den Tierarzt gerufen. Doch der konnte nichts mehr machen", erzählt Regina Schünke. "Ich vermute, die beiden haben Rattengift gefressen", sagt sie. "Meine Hunde wurden vergiftet", so ihr Verdacht.

Ob dies der Fall ist, kann der herbeigerufene Tierarzt Friedemann Gehre nicht sagen: "Im Magen- oder Darminhalt wären solche Toxine festzustellen. Die Giftpalette ist aber riesig, da können nur genaue Untersuchungen weiterhelfen."

Der Tierarzt aus Bernitt versuchte, dem Terrier mit einer Spritze zu helfen. "Ich wollte seinen Schockzustand beseitigen, denn der Hund hatte starke Untertemperatur", sagt Gehre. Normal seien 38,5 Grad Körpertemperatur, der Hund habe lediglich 34,4 gehabt. Für Waldi kam jede Hilfe zu spät.

Regina und Klaus-Dieter Schünke wollen nun jedenfalls wissen, woran ihre beiden Lieblinge starben. Sie riefen die Polizei und erstatteten Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. "Es kann doch nicht sein, dass nur unsere Hunde sterben, hier laufen doch noch andere rum", beklagt Klaus-Dieter Schünke. "Was können denn die Tiere dafür, und wa rum soll ich mir das gefallen lassen?", fragt der Klein-Gischower und bekräftigt den Verdacht, dass seine Lieblinge vergiftet worden sein könnten.

"So einen Fall hatten wir hier in Bützow noch nie", sagt Andreas Wenzel vom Bützower Polizeirevier. Stirbt ein Mensch auf unnatürliche Weise, sei die Sache klar, dann werde sofort die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. "Ein Hund aber wird nach dem Gesetz als Sache behandelt", erläutert er. Da gebe es nicht zwangsläufig eine nähere Untersuchung. Er habe aber die Amtstierärztin und die Staatsanwaltschaft über den Fall informiert. "Das Tier soll jetzt nach Rostock überführt und dort untersucht werden", sagt Andreas Wenzel.

Katrin Lenz, zuständige Amtstierärztin, bestätigt, dass sich das Veterinäramt des Landkreises der Sache annehmen will: "Wir werden jetzt eine nähere Prüfung vornehmen. Besteht ein Verdacht auf Vergiftung, wird das Tier in der Pathologie daraufhin untersucht." Dort könne dann auch festgestellt werden, ob es sich um eine normale Erkrankung handelte oder nicht.

Regina und Klaus-Dieter Schünke dürfen Waldi vorerst nicht neben seiner Mutter Susi begraben. Die Terrier-Dame liegt bis zur Abholung kalt und trocken mit einem hellblauen Handtuch bedeckt in einem leeren Kaninchenstall.

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