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Rostock : Tödlicher Brand: Beeinflusst Frank S. Zeugen?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Prozess um das Feuer im Beginenberg geht weiter.

Die verhandlungsfreien Tage über Pfingsten hat Frank S. (45) genutzt. Er überraschte gestern im Prozess um den tödlichen Brand im Beginenberg alle Beteiligten mit neuen „Fakten“, sogar seine Verteidigerin. Frank S. hatte Zeugen aus seinem Umfeld gesucht, darunter auch Mithäftlinge, die zu seinen Gunsten aussagen sollten. Unbekümmert nutzte er dafür sogar ein Handy, was in der Justizvollzugsanstalt nicht erlaubt ist.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Angeklagten, am 24. Juli 2014 in der Wohnung seiner Ex-Freundin Francis B. (28) im Beginenberg Feuer gelegt zu haben. Dabei soll er den Tod des im Dachgeschoss schlafenden 62-jährigen Hauseigentümers verursacht haben. Die Anklage lautet auf Mord und schwere Brandstiftung. Frank S. bestreitet die Tat. Er sagt, dass Francis B. oder Felix F. den Brand aus tiefem Hass gelegt hätten.

Gestern wurden nun neue Zeugen gehört. Heidi P. (31) berichtete, dass sie über SMS aufgefordert worden war, sich beim Gericht zu melden und ihre Aussage von Anfang Mai zu korrigieren. Gestern nannte sie Namen von Freunden, die ihr mitgeteilt hätten, dass die Ex-Freundin des Angeklagten das Feuer gelegt hätte. Weiter deutete sie an, dass der Hausbesitzer aus Versicherungsgründen das Haus selber angezündet haben könnte. Um der SMS-Aufforderung nachzugehen, zog das Gericht das Handy der Zeugin mit ihrer Zustimmung ein.

Ein Kriminalkommissar gab gestern zu Protokoll, dass Frank S. seine Ex-Freundin in der ersten polizeilichen Vernehmung beschuldigte, das Feuer gelegt zu haben. Er hätte außerdem behauptet, dass sie ein falsches Alibi angegeben habe. Der Haftrichter machte Aussagen zur Vernehmung der Mutter des Angeklagten. Sie hatte angegeben, dass ihr Sohn am Tatabend sturzbetrunken in ihre Wohnung gekommen sei und dort auch die Nacht verbracht hätte. Das wiederholte sie vor Gericht nicht, sondern machte von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Bereits am 4. Mai war Frank S. durch Manfred R. (36) und Felix F. (25) schwer belastet worden. Er habe sich ihnen anvertraut und ein Video vom Brand gezeigt. Dazu habe er gesagt, dass er im ganzen Haus nachgesehen habe, ob noch jemand da war, bevor er mit brennenden Kerzen das Feuer anzündete. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.





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