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Lokales

19. August 2017 | 22:32 Uhr

Timbo lässt Gefährtin Nana zurück

vom

Gartenstadt | Mit seinen Launen hat er Tierpfleger regelmäßig auf Trapp gehalten. 47 Jahre hat Schimpanse Timbo im Rostocker Zoo verbracht und die Besucher mit seinen Späßen erheitert und mit seinen Wurfattacken verärgert. Nun trauert die Hansestadt um den Menschenaffen. Im Alter von 50 Jahren starb der Schimpanse nach einer schweren Krankheit. Nach langem Leiden gab es für Timbo keine Hoffnung mehr. Tierärzte mussten ihm ihm die erlösende Spritze verabreichen.

Bereits im vergangenen Jahr stellten Tierärzte bei einer human- und veterinärmedizinischen Untersuchung die niederschmetternde Diagnose: Krebs. Mit einem unheilbaren Nierenbeckentumor und einem beidseitigem Zystenbefall der Niere wurde Timbos Schicksal besiegelt. "Um seine Lebensqualität solange wie möglich aufrecht zu erhalten, er hielt das Affenmännchen regelmäßige Schmerzmittel", sagt Nicolle Völcker, Leiterin der Marketingabteilung des Tierparks. In den vergangenen Tagen verschlechterte sich seine Lage rapide, so dass den Veterinären keine andere Wahl blieb. Sie erlösten den betagten Schimpansen von seinen Schmerzen.

Timbo war einer der ältesten Tiere im Rostocker Zoo und hat fast sein ganzes Leben dort verbracht. 1960 wurde Timbo im afrikanischen Guinea wild geboren und trat drei Jahre später die lange Reise nach Deutschland an. Am 25. Juni 1963 betrat er zum ersten Mal sein Gehege, das zwei Jahre zuvor fertig gestellt wurde. "Von Anfang an war er der Boss der Schimpansen-Gruppe", sagt die Marketingleiterin. Als das vier Jahre jüngere Menschenaffen-Weibchen Nana hinzu kam, war es um den damals noch Halbstarken geschehen. Über die Jahre haben sich die beiden mit ihren unterschiedlichen Eigenarten an einander gewöhnt. Leicht hatte es Nana bei ihrem aufbrausenden Gefährten nicht. "Wenn ihm etwas missfiel, warf er mit allem, was sich im Gehege befand", sagt Völcker. Bis zu seinem Tod kümmerte sich Timbo rührend, um die an Arthrose leidende Affendame. Wie es Nana in Zukunft allein ergeht können die Tierpfleger nur mutmaßen. "Die Mitarbeiter des Zoos befürchten, dass sich ihr gesundheitlicher Zustand drastisch verschlechtern wird".

Bis zuletzt ist unklar, ob die Schimpansin aufgrund ihres Alters und ihrer Krankheit noch mit den Organ-Utans und dem Gorilla in das Darwineum umziehen wird.

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erstellt am 27.Aug.2010 | 06:54 Uhr

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