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Lokales

17. Oktober 2017 | 02:55 Uhr

Tierische Waisen kerngesund

vom

svz.de von
erstellt am 06.Sep.2010 | 07:38 Uhr

gartenstadt | Nach dem Tod ihrer Mutter waren die fünf verwaisten Geparden-Babys plötzlich ganz allein auf der Welt und suchten vergeblich nach dem wärmenden Schutz ihrer Mutter Tiha. Doch nun haben die Waisen eine Ersatzmama gefunden. Die Tierpflegerin Ellen Hinz zögerte nach der traurigen Nachricht über den Tod der Gepardenmutter nicht lange und adoptierte die hilflosen Kätzchen - seit Anfang August zieht sie die kleinen Raubtiere bei sich zu Hause auf. Die Ersatzmutti hat seither alle Hände voll zu tun und ist dankbar über die tatkräftige Unterstützung ihres Lebensgefährten Rüdiger Winter, der ebenfalls Tierpfleger ist. Alle ein bis zwei Stunden mussten die Tierbabys zu Beginn ihr Fläschchen kriegen, damit sie sich normal entwickeln können. Gestern ging es zum Gesundheitscheck beim Tierarzt, der den Kleinen einen guten Zustand bescheinigte.

Im Juli brachte die Gepardin Tiha fünf Jungtiere zur Welt. Über diesen ungewöhnlich großen Wurf freute sich der ganze Zoo. Doch nach rund zwei Wochen starb Mutter Tiha an plötzlichem Nierenversagen im Alter von gerade mal vier Jahren. Zoodirektor Udo Nagel sagt: "Da wo Licht ist, gibt es leider auch Schatten und so müssen wir das Schicksal hinnehmen."

Gute Entwicklung vom Arzt bestätigt

Ein weiterer Schicksalsschlag folgte: Ein Baby-Gepard starb kürzlich an den Folgen einer fiebrigen Infektion, die die Tierärzte trotz aller Mühen nicht besiegen konnten. Das verstorbene Tierkind sei laut Tierarzt Dr. Jan-Christian Rudnick in seiner Entwicklung verzögert gewesen und konnte den Vorsprung seiner vier Geschwister nicht mehr aufholen.

Nach dem erneuten Rückschlag können der Rostocker Zoo und ins Besondere die Tierpflegerin Hinz nun erstmal aufatmen. Bei der gestrigen Untersuchung der vier Geparden-Kinder, von denen zwei weiblich und zwei männlich sind, stellten die behandelnden Tierärzte Rudnick und Dr. Martin Hammer eine sehr gute gesundheitliche Verfassung der Tiere fest. Rudnick sagt: "Die vier Geparden sind quicklebendig, haben die richtige Größe und das passende Gewicht und sind sehr aufmerksam." Auch ihre Tierpflegerin kann diesen Eindruck nur bestätigen. Sie sagt: "Die Kleinen haben viel Temperament und wollen die ganze Zeit spielen und beschäftigt werden." Hinz hat in diesem Jahr bereits Schneeleopardennachwuchs mit der Flasche groß gezogen, trotzdem sei die Aufzucht ihrer neuen Schützlinge etwas Neues für sie. "Die Geparden sind wilder als Schneeleoparden", so Hinz.

Trotz aller positiven Aussichten bleibt Vorsicht geboten. Die Jungtiere sind während der Entwicklungsphase ihres Immunsystems sehr anfällig für Infektionen. Auch bei der Ernährung der kleinen Wildkatzen bedarf es Fingerspitzengefühl, da auch das Verdauungssystem empfindlich ist. "Pünktlich zur Untersuchung hat eines der Geparden-Babys Kot abgesetzt, was zeigte, dass die Verdauung einwandfrei funktioniert", so Rudnick. Bis der Gepardennachwuchs wieder im Rostocker Zoo einziehen kann, vergehen noch sechs bis acht Wochen. So lange behält Hinz ihre Schützlinge bei sich zu Hause. Die Zoobesucher können bis dahin den Papa der vier Sanftpfoten Xenos und seine zwei männlichen Artgenossen Massai und Baako sowie die Geparden-Dame Uzuri bestaunen.

Namen gesucht

Der Rostocker Zoo sucht für drei der vier Geparden-Babys noch einen Namen. Bisher hat nur ein Geparden-Mädchen einen Namen bekommen und trägt in Erinnerung an die Mutter „Tiha“ diesen Namen weiter. Die Vorschläge sollen möglichst afrikanisch klingen. Bis zum 1. Oktober können die Ideen auf dem Postweg an den Rostocker Zoo geschickt werden.

Addresse: Zoologischer Garten Rostock, Rennbahnallee 21, 18059 Rostock, Stichwort:
Namen für die Geparden-Kinder

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