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Lokales

21. Oktober 2017 | 16:09 Uhr

Tierheim stößt an Kapazitätsgrenze

vom

svz.de von
erstellt am 21.Sep.2010 | 07:00 Uhr

Plau am See | Ansturm auf Samtpfoten: Der zweite Wurf vieler Katzen im Sommer dieses Jahres beschert der Plauer Tierstation erneut großen Zulauf. In der Quarantäne der Auffangstation sind alle Plätze belegt, allein acht kleine Kätzchen sitzen hier in den Boxen. "Wir haben in letzter Zeit wieder viele Neuzugänge", sagt Heidi Mescke, Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins Plau. In der Seestadt hätten die Vierbeiner längst Überhand genommen, sagt sie. Mescke sieht die Stadt Plau , vor allem aber Katzenbesitzer in der Pflicht, für eine frühzeitige Kastration zu sorgen und so die unkontrollierte Vermehrung der Tiere zu unterbinden. "Wenn eine Katze gesund ist, kann sie bis zu dreimal im Jahr werfen. Pro Wurf können das bis zu sieben Junge sein", rechnet Heidi Mescke vor. Um der Lage Herr zu werden, fehlt den Tierschützern das nötige Geld. Ohnehin investiert das Team schon viel Zeit und Geld in den Tierschutz, zahlt Fahrten zu Nachkontrollen vermittelter Tiere und Futter für seine Schützlinge. Um der ungehinderten Vermehrung der Samtpfoten zumindest etwas Einhalt zu gebieten, ist nun eine Neuerung geplant: Die Vermittlungsgebühr für junge Katzen soll steigen und mit der Auflage für den neuen Besitzer, sein Tier kastrieren zu lassen, verbunden werden. "Sobald die neuen Besitzer den Eingriff beim Tierarzt durchführen haben lassen, bekommen sie bei uns bei Vorlage der Quittung den bereits gezahlten Betrag zurück. Dann wissen wir genau, dass die Katzen kastriert worden sind", sagt Mescke.

In Sachen Finanzen und Aufnahmekapazität ist die Plauer Station am Rande ihrer Möglichkeiten angekommen. So wie ihr geht es vielen Tierheimen in MV, auch in direkter Nachbarschaft. "Wir brauchen niemanden nach Malchow zu verweisen, auch dort ist schon alles voll", sagt Heidi Mescke. Doch immer mehr Menschen bringen herrenlose Katzen in die Station - oft ganz ohne Not, wie Heidi Mescke weiß. Gerade Jungtiere werden ohne großes Nachdenken eingesammelt und im Tierheim abgegeben. "Dabei suchen die Besitzer sie vielleicht schon", sagt Mescke. Gerade Wildkatzen landen häufig im Heim, obwohl sie keine Notfälle sind und allein zurecht kommen würden. Für das Tierheim-Team sind sie mit einer großen Arbeitsbelastung verbunden. "Wir müssen sie erst handzahm machen, um sie überhaupt vermitteln zu können", sagt Mescke. Mehr als 30 Katzen warten derzeit in Plau auf neue Besitzer. "Dabei steht immer noch die Frage im Raum, wie es hier überhaupt weitergeht", sagt Mescke. Findet sich kein Nachfolger für die Vorstandsarbeit des Plauer Tierschutzvereins, wird der Pachtvertrag für das Tierheimgelände nicht verlängert. Er läuft nur noch bis 2013. Damit stünde das Tierheim vor dem Aus. Einige Ideen für den Fortbestand gibt es zwar, noch ist aber nichts entschieden. Für die Weiterführung will sich das jetzige Tierheim-Team stark machen. "Wir wollen mit dem Bürgermeister darüber sprechen", sagt Mescke. Doch ohne engagierte Ehrenamtler, wie sie und ihr Team es sind, wird es wohl auch künftig nicht gehen.

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