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19 Hunde und 12 Katzen in Rostock-Toitenwinkel bestattet : Tierfriedhof steht vor ungewisser Zukunft

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Immer mehr Menschen setzen ihre Tiere auf dem Toitenwinkler Tierfriedhof bei. Für sie ist es der einzige Ort, an dem sie ihren geliebten Gefährten eine angemessene Ruhestätte geben können. Vielleicht nicht mehr lange.

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erstellt am 04.Jan.2011 | 07:28 Uhr

Toitenwinkel | Immer mehr Menschen setzen ihre Tiere auf dem Toitenwinkler Tierfriedhof bei. Für sie ist es der einzige Ort, an dem sie ihren geliebten Gefährten eine angemessene Ruhestätte geben können. Diese Möglichkeit haben sie vielleicht nicht mehr lange. Denn dem Vorstand des Tierfriedhofs gehen die Mitglieder aus. Trotz großen Engagements der 21 Rostocker und Stralsunder in der Pflege und Bewirtschaftung des Toitenwinkler Grundstücks sucht Vorstandsmitglied Harry Krahn dringend einen Nachfolger. Aus gesundheitlichen Gründen meldet der Rentner für dieses Jahr bereits seinen bevorstehenden Rücktritt an.

"Leider war ich im vergangenen Jahr nie voll einsatzfähig", sagt Krahn. Er hat die organisatorischen Aufgaben übernommen, während seine Frau Heike die Gräber und Pflanzen auf dem Grundstück pflegte. Bisher erklärte sich kein Mitglied bereit, die Aufgaben des Vorsitzenden zu übernehmen. "Vor allem die jüngeren Mitglieder des Vereins bitten wir, sich noch aktiver an der Arbeit zu beteiligen", sagt Krahn. Ihnen fehle jedoch die Zeit, sich rund um die Uhr um den Tierfriedhof zu kümmern.

Trotz ungewisser Zukunft blickt der Verein auf ein erfolgreiches Jahr zurück. "Ein gutes Jahr erfolgreicher Arbeit liegt hinter uns", so Krahn. In der Zeit vom 6. November 2009 bis zum 5. November 2010 haben die Mitglieder 34 Tiere zur ewigen Ruhe gebettet. Darunter waren 19 Hunde, 12 Katzen und drei Hauskaninchen. Zehn Tiere erhielten eine Grabstätte. Die übrigen wurden anonym beerdigt.

"Seit dem Bestehen der Ruhestätte wurden bisher 344 Tiere bestattet", sagt der Vorsitzende. Damit Besucher die 6000 Quadratmeter große Fläche auch nach der Beerdigung ihres geliebten Tieres aufsuchen, kümmern sich die Vereinsmitglieder in monatlichen Arbeitseinsätzen um die Pflege des Grundstücks. Regelmäßig mähen sie den Rasen und dünnen die Äste der Bäume aus. "Das Dach an dem Container war an einigen Stellen durchgerostet und wurde erneuert", berichtet Krahn. Auch Schäden am Eingangstor konnten im Laufe des vergangenen Jahres behoben werden. "Zusätzlich haben unsere Mitglieder dabei geholfen, Schäden am Zaun, die durch Wildschweine verursacht wurden, zu reparieren", sagt er. An einigen Stellen sei die Abgrenzung von den Wildtieren förmlich durchlöchert worden.

In Absprache mit der Stadtverwaltung erhält der Tierfriedhofsverein künftig Unterstützung von der zuständigen Jagdbehörde. Ein Problem sei allerdings das übermäßige Engagement einiger Nutzer. "Sie legen Steine um die Gräber, sodass man den Rasen nicht mehr mähen kann", bemerkt Krahn. Die Müllentsorgung wird ebenfalls nicht korrekt eingehalten. Einige nehmen Essensreste mit und füttern damit die Enten und Fische am Teich. "Die Überbleibsel locken Ratten, Marder und Wildschweine an, die dann das Gelände verwüsten", sagt er. Gespräche mit den Grabbesitzern sollen künftig Besserung bringen.

2009 hat der Verein einen Vertrag mit der Tierfeuerbestattung Falkenhagen abgeschlossen. "Beide Partner vermitteln sich gegenseitig Kunden", erklärt der Rentner. Neuerdings haben Tierbesitzer die Möglichkeit, ihren verstorbenen Vierbeiner auf See bestatten zu lassen. Im Gespräch ist außerdem, das bislang gepachtete Land für den Friedhof zu kaufen.

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