Tierarzt warnt: gefährlicher Rehbraten

Bernd Linke
Bernd Linke

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29. März 2009, 06:48 Uhr

Güstrow | Dieser Rehbraten ist gefährlich: Freitagabend entwendeten Unbekannte ein angefahrenes und eingeschläfertes Reh im Bereich der Liebnitzbrücke. Der Güstrower Tierarzt Bernd Linke warnt: "Ein Verzehr kann gravierende, gesundheitliche Folgen haben." Das Tier sei mit einer Giftspritze ins Herz euthanasiert worden, wie es im Fachjargon heißt. "Dieses Gift wurde zwar noch nicht an Menschen getestet, kann aber zu schweren Leberschäden führen", so Linke.

Zufällig kam Tierärztin Mascha Sauskojus, die in der Tierarztpraxis von Linke angestellt ist, Freitagabend an der Unfallstelle vorbei. Zuvor hatte hier eine Autofahrerin ein Reh angefahren. Sofort war Mascha Sauskojus klar: Dieses Reh in seinem Todeskampf muss erlöst werden. "Sie ist ihrem Gewissen gefolgt - aus Tierschutzgründen", sagt Linke. Sie setzte die Giftspritze an - das Reh war sofort tot.

Gleich danach alarmierte die Tierärztin die Leitstelle. "Dort sagte man ihr, sie brauche nicht zu warten, weil der Jagdpächter schon unterwegs sei, das Reh abzuholen", so Linke. Doch als der an der Unfallstelle ankam, war das Tier verschwunden. "Wer geht schon davon aus, dass Bürger sich in Besitz von Kadavern bringen?", fragt Linke ungläubig.

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