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Lokales

20. August 2017 | 04:25 Uhr

Theater zu den Menschen bringen

vom

rostock | Das Volkstheater steckt seit einer Woche in der neuen Spielzeit. Die Sommersaison ist mit 125 Vorstellungen erfolgreich zu Ende gegangen - konkrete Zahlen über verkaufte Karten, Auslastung oder Einnahmen liegen noch nicht vor, sagt Peter Leonard. Doch auch ohne offizielle Bilanz ist der Intendant zufrieden: "Wir hatten in den vergangenen Monaten sehr viele Besucher." Aus diesem Grund gebe es auch seit einigen Jahren keine Sommerpause mehr, wie es in vielen anderen großen Theaterhäusern üblich ist.

Die Touristen sind in Rostock eine wichtige Zielgruppe, wie Leonard sagt. Neben den hohen Besucherzahlen freut sich der Amerikaner, dass die Zukunft der Halle 207 gesichert ist - der Förderverein Ostseeschifffahrt hat das Gebäude erworben und rettet es somit vor dem Verfall. "Das gibt uns eine gewisse Sicherheit", so Leonard. Schließlich solle es dort kulturell weitergehen. "Eigentlich ist die Halle ein Unort, aber die Akustik ist wundervoll", schwärmt der Theatermann mit leuchtenden Augen. "Ich würde behaupten, die beste Akustik in ganz Mecklenburg-Vorpommern", setzt er noch eins drauf.

Volkstheater will Dauerpräsenz zeigen

Um bei der Halle zu bleiben: Jules Vernes "In 80 Tagen um die Welt" sei seiner Meinung nach das erfolgreichste Stück des Sommers gewesen. Das sei nur so ein Gefühl, sagt er lächelnd. "Mal sehen, ob das die Zahlen am Monatsende bestätigen." Aber auch die zweite Auflage des Sommerfestivals sei in diesem Jahr beim Publikum sehr gut angekommen. Der größte Erfolg der zurückliegenden Saison sei aber gewesen, dass die Halle 207, der "Unort", überhaupt noch bespielt wurde. Doch der Zustand des Gebäudes bereitet dem Intendanten Leonard ein wenig Kopfzerbrechen - auf Dauer könne dort nicht gespielt werden. "Die Halle ist marode - wie unser Theater", fügt er lachend hinzu. Doch wie das so ist mit der Kultur, finanzielle Probleme seien da schließlich keine Neuheit, sagt er.

Leonard blickt lieber optimistisch in die Zukunft. Kontakte aufbauen - lautet die Devise. "Ich bin besessen von dem Wunsch, dass die Erwachsenen und Kinder in der Region mindestens einmal im Jahr eine Veranstaltung von uns besuchen", sagt der Intendant bestimmt. Eine "Riesen-Aufgabe" für das Volkstheater, räumt er ein. Leonards Plan: "Dauerpräsenz zeigen" - das heißt: Veranstaltungen in Begegnungszentren, Schulen und Turnhallen bringen. Neue Spielorte schaffen möchte Leonard. Die Kultur zu den Menschen bringen, nicht umgekehrt. "Das ist der erste Schritt, theaterfernes Publikum zu erreichen", erklärt Leonard. Das Volkstheater sei eine Bildungsanstalt, die für alle da sein müsse, betont er. Schließlich werde das Schauspielhaus "durch die Steuern unserer Mitbürger finanziert".

Kooperation mit Parchim hat sich bewährt

Vor allem gemeinsame Produktionen mit dem Mecklenburgischen Landestheater Parchim sollen verstärkt Kinder, Jugendliche und Familien vor die Bühne locken. Die Kooperation zwischen Volks- und Landestheater, die in der vergangenen Sommersaison Premiere feierte, hat sich bewährt. Für Leonard "eine Bereicherung und ein Experiment, das sich gelohnt hat." "Wir können ein abwechslungsreiches Programm anbieten" - intellektuell herausfordernd für die einen, einfach und unterhaltsam für die anderen. So wurde das Repertoire ausgebaut und damit auch die Zielgruppen erweitert.

Leonard freut sich auf den heutigen Abend - auf den "richtigen" Beginn der Spielzeit im Großen Haus. Die Wiederaufnahme von "My Fair Lady" soll die Zuschauerränge füllen. Im Mai war das Musical so gut wie ausverkauft, so der Intendant. Überwiegend hätten Abonnenten die Vorstellungen besucht - diese Saison können sich alle von der Liebesgeschichte des Blumenmädchens Eliza Doolittle verzaubern lassen. Leonards Augen leuchten - er selbst sei ein großer Fan des Musicals. Als kleiner Junge habe er die Schallplatte rauf und runter gehört. Über die Uraufführung von "Münchhausen" am Sonnabend, 18. September, möchte er noch nicht sprechen. "Das bringt Unglück", sagt Leonard. "Hauptsache, die Generalprobe geht schief."

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erstellt am 09.Sep.2010 | 08:43 Uhr

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