Theater-Holding nimmt Formen an

von
24. November 2010, 09:31 Uhr

Rostock | Mehr Zuschauer, bessere Einspielergebnisse und weniger Personalkosten soll die Neugründung einer gemeinsamen Holding den Theatern in Rostock und Parchim bringen. Derzeit diskutiert die Politik über vertragliche Grundlagen und Zielsetzungen der zu gründenden GmbH. Erstmals hat die Rostocker Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage für die Bürgerschaft dabei Zahlen vorgelegt.

So soll durch die Zusammenarbeit der beiden Theater unter dem Dach der neuen Holding langfristig ein Plus von 335 000 Euro jährlich erwirtschaftet werden. Nach jetzigem Konzeptentwurf sind dafür auch steigende Besucherzahlen verantwortlich. Sie sollen von zurzeit etwa 177 000 an beiden Häusern auf 200 000 in der Spielzeit 2013/2014 steigen. Damit könnten die Einnahmen um 13 Prozent auf 230 000 Euro im Jahr steigen. Gleichzeitig sollen die Ausgaben reduziert werden - vor allem beim Personal. 105 000 Euro sollen durch nicht frei werdende und nicht wiederbesetzte Stellen und weniger externe Mitarbeiter nach einer Zusammenlegung gespart werden. "Durch eine Vergrößerung des Personalkörpers können Vertretungen besser erfüllt werden. In der Folge sinkt der Bedarf an externen Kräften", heißt es in der Beschlussvorlage für die Bürgerschaft. Außerdem soll so eine durchgehende Sommerbespielung in der Sparte Schauspiel gewährleistet werden. Die Gesellschaft, für die der Name "TheMa Theatermanagement Mecklenburg-Vorpommern GmbH" vorgesehen ist, soll vor allem Abläufe straffen - indem sie für beide Betriebe Aufgaben im Finanz- und Rechnungswesen, in der Personalverwaltung und bei der Koordination sowie beim Ticketverkauf und Marketing übernimmt. Bis Ende dieses Jahres muss die Fusion des Volkstheaters Rostock (VTR) mit dem Mecklenburgischen Landestheater Parchim (MLT) stehen. Denn wie das Kultusministerium gegenüber den Kooperationspartnern betonte, können Gelder des Kommunalen Finanzausgleichs 2011 nur fließen, wenn die Holding bis dahin gegründet und beurkundet ist.

Sollte der vorliegende Entwurf durchgehen, kann die Hansestadt Rostock neben den fixen und einwohnerbezogenen Zuweisungen des Landes auch mit flexiblen zuschauerabhängigen Mitteln rechnen. Durch die Zurechnung der etwa 30 000 Zuschauer des MLT wird die Summe um etwa 260 000 Euro pro Jahr steigen.

Über den vorliegenden Konzeptentwurf und den Gesellschaftsvertrag entscheidet die Rostocker Bürgerschaft am 1. Dezember. In den darauf folgenden Wochen tagen der Parchimer Kreistag und die Stadtvertreter an der Elde sowie die Zweckverbandsversammlung des MLT und die Gesellschafterversammlung der Rostocker Bühne. Das Land hat dem Entwurf bereits grünes Licht gegeben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen