Theater-Ensemble spielt bald in Wismar

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30. November 2009, 08:56 Uhr

Rostock/Wismar | Vorhang auf für Rostocks Volkstheater-Ensemble in der Hansestadt Wismar. Das will sich das dortige Schauspielhaus ab 2010 mehrmals im Jahr ausleihen. Zunächst für eine Probezeit von drei Jahren. Schon ab 1. Januar 2010 kann es losgehen, wenn die Bürgerschaft am nächsten Mittwoch, 2. Dezember, zustimmt.

"Wir könnten dann unsere Produktionen auch in Wismar auf die Bühne bringen", sagt Kai-Uwe Nissen, Geschäftsführer der Rostocker Theater GmbH. "Das verlängert die Lebensdauer unserer Produktionen und senkt die Kosten pro Aufführung." Pauschal spült die ausgehandelte Vereinbarung bei Inkrafttreten 100 000 Euro pro Jahr in die Volkstheaterkasse, heißt es im Vertrag. So viel erhält die Wismarer Bühne auch aus dem Landeszuschusstopf, teilt Ulf Tielking vom Kultusministerium in Schwerin mit. Beim Scheitern der Kooperation mit Rostock könnte Wismar jedoch bald auf dem finanziellen Trockenen sitzen.

Das Haus besitzt kein eigenes Ensemble, ist also ein reines Bespielhaus. Und diesen sowie Einspartenhäusern wie dem Landestheater Parchim, mit dem Rostock gleichfalls eine Kooperation schließen will, streicht Schwerin im kommenden Jahr voraussichtlich die Zuzahlungen. "Wir befinden uns in der Endabstimmungsphase des Theaterentwicklungskonzeptes", sagt der Leiter des Landeskultusministerbüros, Ulf Tielking. "Hier hat auch das Innenministerium mitzuentscheiden." Sollten MV und Rostocker Bürgerschaft Ja zu Konzept und Kooperationen sagen, wird Rostock künftig am Wismarer Spielplan mitschreiben. Das Volkstheater liefert dann pro Jahr drei Philharmonische Konzerte, zwei Kinderkonzerte, fünf Musiktheater sowie Ballette und zehn Schauspielaufführungen in die benachbarte Hansestadt. "So steht es im Vertrag, kann jedoch flexibel an die Nachfrage des Publikums angepasst werden", erklärt GmbH-Chef Nissen. In jedem Fall verzichtet die Warnow-Stadt aber auf Kassenerlöse aus Wismar.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch die Verhandlungen zwischen der Rostocker Bühne und dem Landestheater Parchim. Hier liegt der Schwerpunkt auf Kinderprogrammen, "die dann in Rostock laufen können", sagt Nissen. Unter dem Strich dienen die aus der Notwendigkeit heraus geborenen Kooperationen dazu, um Landeszuschüsse zu halten und Fusionen zu vermeiden.

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