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Geschwindigkeitsüberprüfung: 82,7 Prozent sind zu schnell : Thandorf wehrt sich gegen die Raser

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Seit einiger Zeit wird in der Ortsdurchfahrt jedem Verkehrsteilnehmer seine aktuelle Geschwindigkeit angezeigt, jetzt gibt es dazu eine erste Auswertung. Das Resultat sorgt für Entsetzen bei den Verantwortlichen.

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erstellt am 29.Jul.2011 | 05:57 Uhr

Thandorf | Seit einiger Zeit wird in der Ortsdurchfahrt von Thandorf jedem Verkehrsteilnehmer seine aktuelle Geschwindigkeit angezeigt, jetzt gibt es dazu eine erste Auswertung. Mit Entsetzen haben die Verantwortlichen und auch das Ordnungsamt in Rehna nun die Auswertung studiert: 82,7 Prozent aller Auto- und Motorradfahrer lagen über der zulässigen Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometer im unübersichtlichen Kurvenbereich. "Spitzenreiter" in der von Gemeindevertreter Rainer Ginnuth engagiert vorgenommenen Auswertung sind Raser mit 87 Stundenkilometer, die Masse pendelt sich zwischen 45 bis 65 Stundenkilometer ein.

Ginnuth: "Gerade da, wo der Fußweg inmitten der Kurvenführung die Straßenseite wechselt und Kinder auf ihrem Weg vom Bus nach Hause sind, sind diese Werte völlig unverständlich und unverantwortlich."

Immer wieder hatte die Gemeinde beim Kreis Radarkontrollen beantragt, die Auskunft hieß stets: Kein Gefährdungspotenzial, zu wenig Verkehrsaufkommen. Ein Hohn, wie die Einwohner kommentieren.

Bis zu 340 Kraftfahrzeuge fahren jeden Tag durch den Ort - und immer wieder die alte Frage: Muss denn immer erst ein Toter zu beklagen sein, bevor Maßnahmen ergriffen werden? Bürgermeister Wolfgang Reetz vergleicht ironisch, obwohl ihm gar nicht zum Lachen zumute ist: "Im weiteren Verlauf der selben Kreisstraße sind Schikanen und Kontrollen an Masse installiert, was nach Auskunft der Straßenbehörden eigentlich gegen Gesetzlichkeiten verstößt. Aber da geht es ja auch um Fischotter, nicht um Kinder." Gerne würde Reetz, wie die Mehrzahl der Einwohner in dem kleinen Dorf, "den einen oder anderen Kraftfahrer, ganz besonders aber bestimmte Motorradfahrer, demnächst für drei Monate mit dem Fahrrad durchs Dorf fahren sehen". Es stellt sich die Frage, was in den Köpfen dieser Verkehrsteilnehmer vor sich geht. Viel kann es nicht sein, meint Reetz.

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