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Teures Geschäft: Stadt zahlt Tausende für Toiletten

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erstellt am 16.Jan.2008 | 11:35 Uhr

Bützow Ein Zuschussgeschäft ist für Bützow das Geschäft mit dem Geschäft anderer Leute. Wenn sich Bützower oder Gäste der Stadt Erleichterung verschaffen wollen, steuern viele den Bützower Hafen an. Dort steht die einzige öffentliche Toilette der Stadt. Und die muss in Schuss gehalten werden, damit es für jeden eine saubere Sache wird. Und das kostet. 5 432 Euro gab die Stadt 2006 für das stille Örtchen aus. Ein Jahr später waren es schon 6 800 Euro. In diesem Jahr werden es sogar 9 900 Euro sein.

Bewachtes Klohäuschen
Alles hat eben seinen Preis. Allein die Energiekosten stiegen in zwei Jahren um fast 30 Prozent. Knapp 900 Euro wurde noch vor zwei Jahren für die Reinigung ausgegeben. Jetzt sind es 1 700 Euro. „Dafür wird aber in den Sommermonaten auch zweimal täglich gereinigt, ansonsten kommt die Firma einmal zum Putzen“, erklärt Bauamtschefin Doris Zich. Das silberglänzende Häuschen steht zudem unter Bewachung. 600 Euro kosten stichpunktartige Kontrollen durch eine Sicherheitsfirma.

Teure Toilettenrenovierung
Dennoch halten sich wohl immer wieder Menschen ohne Handicap im Behinderten-WC auf. „Wir kommen nicht da an, wo die Wände beschmiert sind“, sagt Rollstuhlfahrerin Andrea Groß. Außerdem bemängelt die Bützowerin schon seit rund zwei Jahren, dass die Toilette nicht behindertengerecht sei. „Das Papier erreichen wir nicht“, erklärt Groß.

Deshalb soll das Behinderten-WC umgebaut und modernisiert werden. Gesamtkosten: 3 000 Euro. Teil des Vorhabens ist ein Schließsystem. „Behinderte können dann einen Schlüssel bei uns kaufen“, erklärt Doris Zich. Und was machen Touristen mit einem Handicap? „Der Schlüssel ist eurogenormt, passt für jede Behindertentoilette in Deutschland“, erklärt Zich. Noch müsse das Vorhaben aber mit dem Behindertenverband abgestimmt werden.

"Superklo" mit Musik am Bahnhof
Ein 50-Cent-Stück ist der Schlüssel in das „Toiletten-Paradies“ am Bützower Bahnhof. Dort steht seit 1999 ein „Superklo“, mit Musik und automatischer Reinigung. Zwar ist es auch ein öffentliches Örtchen, jedoch gehört es nicht der Stadt. Dennoch kostet es die Bützower 16 500 Euro. Einnahmen gibt es keine. „Wir haben mit der Bahn einen Vertrag. Sie behalten die Einnahmen, wir zahlen dafür weniger Unterhaltungskosten“, erklärt Doris Zich. Wie viel weniger? Das konnte sie nicht beziffern.

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