zur Navigation springen

Ludwigsluster Ehepaar bestürzt über Firma Blucom : Telefonwerber kannten Bankdaten

vom

Erika und Klaus Kallnischke aus Ludwigslust reagierten noch rechtzeitig und kündigten ein registriertes Abonnement für eine Fernsehzeitschrift. Das Ehepaar versteht nicht, wie die Blucom GmbH ihre Bankverbindung erhielt.

svz.de von
erstellt am 29.Nov.2011 | 10:06 Uhr

Gerade noch rechtzeitig haben Erika und Klaus Kallnischke aus Ludwigslust reagiert und ein für sie registriertes Abonnement für eine Fernsehzeitschrift gekündigt. Seit gestern ist dem Ehepaar wohler, denn wie sie überhaupt zu diesem Geschäftsabschluss gekommen sind, das ist ihnen schleierhaft. Das Ehepaar versteht nicht, ist bestürzt darüber, dass der ungewollte Vertragspartner, die Blucom GmbH aus Mönchengladbach in der Humboldtstraße 32, ihre Bankverbindung offensichtlich kennt.

Gerade weil das Ehepaar diesem Geschäftsabschluss am Telefonhörer entgangen ist, wandten sie sich an die SVZ, um andere Menschen zu warnen und sie aufzufordern, die Ohren besonders zu spitzen, wenn Telefonwerber sich am anderen Ende der Leitung empfehlen.

Verbraucherzentrale fordert mehr persönliche Verantwortung

Diese Reaktion des Ehepaares wird auch von Sylke Sielaff von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern und von Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust begrüßt. Während die Polizei gegen unlautere Werber kaum einschreiten könne, so können insbesondere die Kontaktbeamten gezielt aufklären und Informationen geben, um solchen "schnellen", jedoch ungewollten Geschäftsabschlüsse vorzubeugen.

Die Verbraucherschützerin fordert deshalb mehr persönliche Verantwortung bei so genannten Haustürgeschäften oder bei der Anbahnung von telefonischen Geschäftsabschlüssen. "Die allermeisten Vertragsabschlüsse sind formlos gültig, können mündlich wie schriftlich abgeschlossen werden; Ausnahmen wie beispielsweise bei einem Grundstückskauf, wo ein Notar zwingend hinzugezogen werden müsse, sind jedoch nicht die Regel", klärt Sielaff auf. "Was jedoch alle Vertragsabschlüsse enthalten müssen, ist eine Widerrufsfrist. Soll die genutzt werden, muss sie exakt eingehalten werden und der Widerruf sollte als so genanntes Einschreiben mit Rückschein bei der Post aufgegeben werden."

Wie die Blucom GmbH allerdings zu der Bankverbindung des Ehepaares Kallnischke gekommen ist, das könne sie nur so erklären, "dass die Blucom GmbH der Zugriff auf diese besonders geschützten Daten auf irgend einem Weg ermöglicht wurde." Möglicherweise sogar durch eine Unachtsamkeit der Ludwigsluster Betroffenen, mutmaßt die Verbraucherschützerin. "Dass wir unsere Bankdaten an irgendeine uns fremde Person oder Firma preisgegeben haben, das ist ausgeschlossen", entgegnet bekräftigend Klaus Kallnischke diese Möglichkeit. Wie jede andere Person auch, verfügen lediglich die Hausbank, der Energieversorger und einige andere für das tägliche Leben wichtige Einrichtungen über diese sensiblen Daten.

Die Kallnischkes können Werbern an der Haustür und auch solche am Telefon eine barsche Abfuhr erteilen. "Was wir benötigen und was wir uns anschaffen, das wird gemeinsam besprochen", heißt es von Ehefrau Erika. "Wird versucht uns was aufzuschwatzen, dann gibt es die entsprechende Abfuhr", fügt der Hausherr gleich mit an.

Werber schlecht erreichbar, bedient sich einer Servicefirma

Die Blucom GmbH wurde im Jahre 2009 gegründet. Von dort wird unter anderem Telemarketing, was nicht anderes bedeutet als Telefonwerbung, in mehren Callcentern für Kunden betrieben. Geschäftsführerin Selma Kahriman beschäftigt etwa 30 Mitarbeiter, gibt die Internetseite des Unternehmens Auskunft. Das Unternehmen per Telefon zu erreichen, das war gestern nicht möglich - ein Anrufbeantworter nahm ab. Das Unternehmen bedient sich wiederum einem Drittanbieter für den Service, der PVZ-Pressevertriebszentrale GmbH&Co.KG in Stockelsdorf/Ostholstein. Von dort werden die Daten von Blucom-Kunden verwaltet.

Ob es in der Vergangenheit bereits Probleme mit der Blucom GmbH gegeben habe oder unzufriedene Kunden sich über das Mönchengladbacher Unternehmen beschwert hätten, darüber gab es keine Auskunft.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen