Teile bis nach Australien liefern

Andrea Lisch mit einem Motorradhelm und Verkleidungsscheiben, die nachgefragt werden.Regina Mai
Andrea Lisch mit einem Motorradhelm und Verkleidungsscheiben, die nachgefragt werden.Regina Mai

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12. April 2010, 07:05 Uhr

Kuhs/Güstrow/Tarnow | Die Bikefarm MV in Kuhs von Andrea Lisch ist außerordentlich gut in die Motorradsaion gestartet. Wenn man genauer fragt, meint ihr Mann Thomas, der in dem Unternehmen angestellt ist, aber nicht jetzt, sondern auch schon die Monate vorher. Der Grund: Die Bikefarm verkauft saisonunabhängig mittlerweile fast 100 Prozent ihres Angebots über das Internet. Thomas Lisch: "Damit sind wir auf dem Markt ganz anders aufgestellt als die herkömmlichen Händler mit Verkauf und Werkstatt an einem Standort." Die Kuhser Firma - aus einer Ich-AG entstanden - hat sich in den acht Jahren auf Motorradteile aller Typen und Klassen aus Edelstahl spezialisiert. Lisch: "Wir lassen sie in Rostock anfertigen und vertreiben sie dann in der ganzen Welt. Unsere Kunden kommen z.B. aus Kanada oder Australien." Daher spürt das Unternehmen auch von der Krise so gut wie gar nichts. Das Rezept? "Unsere Lücke, in die wir gestoßen sind, ist so klein, dass kein anderer dort mehr Platz hat und wir nahezu konkurrenzlos sind", erläutert Thomas Lisch. Größter Renner im wahrsten Sinne des Wortes gegenwärtig: das Höherlegen von Hecks für eine sportlichere Optik der heißen Öfen.

Gut angelaufen ist die Saison auch im Bikershop Triemer. Die "Frau für alles", Birgit Triemer, sagt, dass man sich vor Arbeit gegenwärtig nicht retten könne. Sie bedauert allerdings, dass viele Biker immer vergessen, dass ihr Gefährt auch im für Händler schwierigen Winter hergerichtet werden kann. Und ihr ist in den 20 Jahren, die der Bikershop am 8. September besteht, noch nie so aufgefallen, wie freundlich und nett die Kunden sind. Außerdem stellt Birgit Triemer fest: "Trotz Krise denken viele Leute positiv." Sie ergänzt: "Wir übrigens auch." Sehr wichtiges Standbein ist für den Bikershop die Werkstatt. Birgit Triemer: "Aber auch der Verkauf neuer Maschinen ist wichtig, denn neue Kunden füllen wieder unsere Werkstatt."

Noch ein Jahr länger im Geschäft ist der Güstrower Eckhard Dräger. Am 1. November 1989 erhielt er von den DDR-Behörden die Genehmigung für einen mechanischen Reparaturbetrieb. Auch in seinem Zweiradhaus ist die Werkstatt gegenwärtig voll ausgelastet. Dräger sieht einen gleich bleibenden Trend in den vergangenen Jahren: "Die Zeiten, in denen wir 100 Motorräder verkauft haben, sind vorbei." Allein mit dem Motorradgeschäft funktioniere die Firma deshalb nicht. Dräger bietet daher alles rund ums Fahrrad an und hält sich mit der Autoreparatur im Winter über Wasser.

Letzteres Geschäft läuft auch in Frank Wiechmanns Motorradgarage in Tarnow übers ganze Jahr. Bei den Motorrädern ist die Arbeit jetzt zwar ebenfalls wieder voll im Gange, aber "der Winter war drei Wochen zu lang", sagt Wiechmann. Von der Krise merkt er nichts. Das treffe eher Händler, die sehr viele Marken anbieten. Selbst ein leidenschaftlicher Biker - er fährt die Ducati "Streetfighter" - hat er aber auch das Pendant in seiner Werkstatt. Wiechmann: "Neu ist, dass ich jetzt Simson-Zweiräder restauriere."

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