Tauziehen um Silohalbinsel

Ob Rostock drei Bürohäuser auf der Silohalbinsel bekommt, soll sich bis März 2010 entscheiden. Oberbürgermeister Roland Methling muss bis dahin mit der Deutschen Immobilien AG nachverhandeln. Er will vom Vertrag zurücktreten, weil die Käufer gegen den vereinbarten Baustart verstoßen haben sollen.

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06. November 2009, 08:51 Uhr

Rostock | Die Wogen schlagen hoch um die Silohalbinsel. Die Deutsche Immobilien AG hat das Grundstück gekauft - und bisher nicht mit dem Bau von drei Bürohäusern begonnen. Das ist aber vereinbart. Und deshalb soll Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) nach einem Beschluss der Bürgerschaft vom Mittwoch den Kaufvertrag für das 3800 Quadratmeter große Grundstück an der Uferkante nachverhandeln. Er selbst will sogar komplett vom 600 000-Euro-Geschäft zurücktreten und das Grundstück in den Besitz der Stadt zurückholen. "Ein Verkauf von Grundstücken am Wasser und dazu noch ohne Ausschreibung und zu Vorzugsbedingungen ist absolute Ausnahme und deshalb an Bedingungen geknüpft", sagt er.

Die Deutsche Immobilien AG, eine Tochter der Deutschen Seereederei, hatte das Gelände für 120 Euro pro Quadratmeter erworben. Die vertragliche Abmachung beinhaltet, bis September 2009 mit dem Bau von drei Bürohäusern begonnen zu haben. Die Deutsche Seereederei soll das Grundstück ihrer Unternehmenstochter Deutsche Immobilien AG mit 18,2 Millionen Euro beliehen haben. Die Grundschuld soll zugunsten der inzwischen verstaatlichten Bank Hypo Real Estate eingetragen sein. Ein Problem, denn im Fall einer Rückabwicklung des Kaufvertrages müsste die Grundschuld gelöscht werden. Das bestätigt Amtsgerichtsdirektor Peter Häfner. Die Nachverhandlung bis März 2010 beschloss die Bürgerschaft auf Antrag der Fraktionen von SPD, CDU, Rostocker Bund/Graue/ Aufbruch 09 und Die Grünen. Methlings Absicht, den Verkauf rückgängig zu machen, war ihnen zu übereilt. "So kann man mit einem Investor nicht umgehen", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Albrecht. Der Rathauschef sieht das etwas anders: "Es geht hierbei um die Einhaltung von Verträgen mit der Hansestadt Rostock und die Wahrung der Interessen der Kommune." Die Bebauungspflicht sei Bestandteil des Kaufvertrages. Doch wenn dieser platzt, muss die finanziell klamme Hansestadt allerdings 450 000 Euro für den Rückkauf bezahlen. "Dadurch wäre die Kommune aber wieder in der Lage, gestaltend zu wirken und Entwicklungen dieses für Rostock so wichtigen Areals voranzutreiben", erklärt der Rathauschef.

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