Ehemalige Möbelwerke in Bützow : Tauziehen um das Filetstück am See

<strong>Noch ist das Grundstück </strong>eine große Industriebrache. Irgendwann soll hier ein attraktives Wohngebiet entstehen. <foto>Ralf Badenschier</foto>
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Noch ist das Grundstück eine große Industriebrache. Irgendwann soll hier ein attraktives Wohngebiet entstehen. Ralf Badenschier

Wer überzeugt am Ende die Stadtvertreter mit seinem Bebauungs-Konzept für das Gelände des einstigen Möbelwerkes? Wer erhält also für seine Pläne den Zuschlag und kann die Fläche von der Stadt kaufen und bebauen?

svz.de von
07. März 2013, 10:52 Uhr

Wer überzeugt am Ende die Stadtvertreter mit seinem Bebauungs-Konzept für das Gelände des einstigen Möbelwerkes? Wer erhält also für seine Pläne den Zuschlag und kann die Fläche von der Stadt kaufen und bebauen? Auf die Entscheidung darüber müssen die beiden Bewerber um das Areal noch bis zum April warten. Denn erst dann werden die Stadtvertreter über die Vergabe des Grundstückes entscheiden. Das Tauziehen um das Filetstück am Bützower See aber ist bereits in vollem Gange.

Während sich das DRK als einer der beiden Anbieter bereits öffentlich mit seinen Plänen zu Wort meldete (siehe SVZ von Dienstag), zeigte sich Karsten Thiemann als zweiter Bewerber in dieser Hinsicht etwas zurückhaltender. Doch gab es am Dienstag im Bützower Rathaus ein Gespräch der Bewerber mit dem Bürgermeister, um die Positionen beider Seiten auszuloten und abzuklopfen, ob vielleicht auch ein gemeinsames Vorgehen vorstellbar sei. "Wir haben dem DRK ein Angebot unterbreitet", meint Karsten Thiemann. Ihm schwebt vor, dass er das Haus am See baut und dem DRK vermietet. "Das DRK könnte für die Bewohner die sozialen Dienste und den Hausnotrufdienst übernehmen", so seine Überlegungen. "Wir müssen jetzt abwarten, ob das DRK auf unseren Vorschlag eingeht", so der Bützower Bewerber. "Das kommt für uns nicht in Betracht", meint dazu auf SVZ-Nachfrage Peter Struve, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Güstrow. "Wir verfolgen ja ein spezielles Konzept für die Senioren, das ist mit einer Miete der Räume nicht vereinbar." Das DRK wiederum bot an, das Grundstück zu teilen, sodass dort noch ein zweiter Bewerber ein Gebäude errichten könnte. Dort sollten dann Dienstleistungsgewerke mit hinein kommen, die die Älteren nutzen können, so Struve. Bereits vor längerer Zeit hatten die Bewerber dem Hauptausschuss ihre Projekte vorgestellt. Auch in den anderen Ausschüssen sowie in den Fraktionen wurde darüber diskutiert. Nachdem nun das DRK in der SVZ sein Projekt vorstellte, meldete sich der berufene Bürger im Kultur- und Bildungsausschuss Wolfgang Schacht zu Wort. "Das DRK beabsichtigt, dort eine Seniorenresidenz zu errichten. Ich glaube aber nicht, dass das Gelände nur einem ausgewählten Teil der Bevölkerung vorbehalten sein sollte", meint er.

Der Bützower Bewerber vereine "eine modern ausgestattete, für alle Altersgruppen und verschiedene Wohnungsgrößen vorgesehene Wohnanlage", so Schacht. "Die Wohnungen werden z. B. mit einem Hausnotrufsystem ausgestattet, was auch Menschen mit Handicap ein sicheres Wohnen außerhalb einer Pflegeeinrichtung ermöglichen kann." Des Weiteren seien Dienstleister für verschiedenste Aktivitäten vorgesehen. Besonders interessant aber sei, findet Schacht, "dass der Bützower Bewerber einen uneingeschränkten Zugang zum See gewährleistet." Vom DRK liege dagegen schriftlich vor, sagt Schacht, "dass es sich die Schließung des öffentlichen Zugangs vorbehält". Dem aber widerspricht das DRK. "Wir planen eine offen gestaltete Anlage und werden dort keinen Zaun ziehen", meint Peter Struve. Es gehe lediglich darum, auf dem Grundstück eine Ordnung und Sicherheit zu garantieren, die mit dem Wohnen dort vereinbar sei.

Bereits auf die Wünsche aus dem Hauptausschuss reagiert hat Karsten Thiemann. Er reduzierte die Anzahl der geplanten Wohnungen von angedachten 50 auf nun geplante 30 bis 35. Im Gegensatz zum DRK, das seniorengerechte Wohnungen von jeweils 50 Quadratmetern bauen möchte, sollen die Wohnungen des privaten Investors 50 bis 140 Quadratmeter groß werden, sodass sie ein breites Mieterspektrum ansprechen und ein Mehrgenerationen-Wohnen ermöglichen. Das Haus solle dreieinhalb-geschossig werden und "von der Höhe her in etwa wie das Amt für Landwirtschaft werden", so Thiemann.

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