Taucher machen den Weg frei

Großreinemachen: Die Taucher Alexander Podszus, Holger Langwaack und  Jens Beeck (v.l.n.r.) holen vom Grund des Elde-Müritz-Kanal unterhalb der Hildebrand-Brücke nahe Siggelkow jede Menge Unrat ans Tageslicht.Wolfried Pätzold
Großreinemachen: Die Taucher Alexander Podszus, Holger Langwaack und Jens Beeck (v.l.n.r.) holen vom Grund des Elde-Müritz-Kanal unterhalb der Hildebrand-Brücke nahe Siggelkow jede Menge Unrat ans Tageslicht.Wolfried Pätzold

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09. April 2010, 05:57 Uhr

Parchim | Sonnenschein, blauer Himmel und eine leichte Brise. Ein Wettermix, der die Herzen der Wassersportler wieder höher schlagen lässt. Nach einer ziemlich langen Winterpause zieht es die ersten Hobbyskipper seit Anfang April wieder aufs Wasser. "Die meisten Schleusen sind nun von 9 bis 20 Uhr betriebsbereit", sagt Hans-Peter Schmiedel, Chef des Außenbezirkes Parchim im Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg.

Ein Wermutstropfen bleibt: Die Grundsanierung der Lewitzschleuse ist noch nicht beendet. Skipper, die von der Elbe zur Mecklenburgischen Seenplatte fahren wollen, müssen sich aufgrund der Sperrung bis voraussichtlich 21. Mai gedulden. Und auch Wassersportler, die eine Bootstour von den Berliner Gewässern zur Müritz und weiter zur Elde-Müritz-Wasserstraße planen, kommen in Fürstenberg vorerst nicht weiter, da dort eine neue Schleuse entsteht, die aber erst zur Hauptsaison nutzbar sein wird. "Wir haben die Winterwochen zu planmäßigen Wartungsarbeiten genutzt und freuen uns nun wieder auf die vielen Gäste", sagt Schmiedel.

Der lang anhaltende Winter und das anschließende Tauwetter war zwar nicht unproblematisch, hat aber keine schwerwiegenden Folgen für die Region gebracht. Die Wassermassen konnten kontrolliert abfließen, obwohl es derzeit auf der Baustelle am Wehr in Malchow vor den Toren Parchims ein Nadelöhr gibt. "Der Plauer See hat mit 2,16 Metern einen optimalen Pegel erreicht und auf der gesamten Wasserstraße ist abgesehen von einzelnen Flachstellen eine Tauchtiefe von 1,20 garantiert", so Schmiedel. Die Schleusen in Plau, Bobzin und Lübz werden weiterhin von Schleusenwärtern betreut. Mit der sanierten Lewitzschleuse werden bald zehn dieser Anlagen von einer Schaltzentrale vis-a-vis der Parchimer Stadtschleuse fernüberwacht. Auch die Hubbrücken in Grabow und Plate sind in der Kreisstadt aufgeschaltet. Die beiden Hebebrücken in Plau und Lübz, die in den zurückliegenden Wochen technisch instand gesetzt wurden, müssen von den Schleusenbesatzungen vor Ort geschaltet werden.

Tonnenwechsel auf dem Plauer See

Mitarbeiter des Schifffahrtsamtes aus Waren-Müritz sind mit dem Auswechseln der Tonnen auf dem Plauer See beschäftigt. Die Wintertonnen kommen ins Lager und die zwei Dutzend Sommertonnen an ihren angestammten Platz auf dem See. Auf dem Elde-Müritz-Kanal bleiben die rund 15 Begrenzungstonnen dagegen ganzjährig vor Ort.

Ein dreiköpfiges Taucherteam des Wasser- und Schifffahrtsamtes aus Lübeck leistet dieser Tage Amtshilfe in der Region zwischen Schweriner und Plauer See. "Noch bevor die blaue Welt wieder richtig rollt, muss Unrat aus dem Wasser geholt werden, der die Boote beschädigen könnte", so Schmiedel. Und wie wichtig dieser Einsatz ist, hat sich vor zwei Tagen im Raum Parchim gezeigt. An nur einem Einsatztag wurden ober- und unterhalb der Parchimer Stadtschleuse elf Fahrräder, jede Menge Unrat und sogar ein Tressor aus dem trüben Wasser gefischt. "Es ist unglaublich, was vorwiegend an Brücken und Schleusen ins Wasser geworfen wird", sagt Jens Beeck vom Taucherteam. Im trüben und derzeit rund fünf Grad kaltem Wasser tasten sich die Männer am Boden entlang. Unterhalb der Hildebrand-Brücke bei Siggelkow wurde ein halber Schaltschrank, Blumentöpfe und Müll gefunden.

Die laufenden Arbeiten zur Uferbefestigung werden auch in den Sommermonaten fortgeführt. "Zwischen Slate und Neuburg geht es weiter. Das wird für die Schifffahrt aber kaum Beeinträchtigungen bringen", sagt Schmiedel. Die Uferkanten werden immer wieder durch Wellenschlag von Booten beschädigt, die hier viel zu schnell unterwegs sind.

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