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Lokales

22. November 2017 | 12:19 Uhr

"Tante Mieze" und die Kinder

vom

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2011 | 06:49 Uhr

Rostock | Ein Straßenname in Brinckmansdorf, ein Stolperstein vor dem Haus in der Paulstraße 5 und die Kindertagesstätte am Beginenberg erinnern Rostocker Bürger bis heute an Marie Bloch. Von 1910 bis Mitte der 30er-Jahre leitete sie in der Hansestadt einen privaten Kindergarten, bevor sie am 11. November 1942 aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln nach Theresienstadt deportiert wurde und dort starb.

Morgen beginnt die Ausstellung "Marie Bloch - Reformpädagogin und Kindergärtnerin", die zu einer Reihe über jüdische Persönlichkeiten in Rostock gehört. Um 16 Uhr öffnet die Ausstellung im Max-Samuel-Haus am Schillerplatz 10 mit einer Gesangseinlage von Kindern der Marie Bloch-Kindertagesstätte am Beginenberg.

Ein besonders großes Herz muss Marie Bloch gehabt haben, meint die Kuratorin der Ausstellung Steffi Katschke. Ein halbes Jahr lang beschäftigte sich die Geschichtswissenschaftlerin intensiv mit dem Leben von Marie Bloch. "Obwohl die Erzieherin schon seit mehr als 50 Jahren tot ist, können sich bis heute ehemalige Kindergartenkinder an ihre Erzieherin erinnern, die sie ,Tante Mieze nannten", so Katschke.

Ende des 19. Jahrhunderts absolvierte Bloch, die zwar jüdische Wurzeln hatte, aber evangelisch getauft war, eine Ausbildung zur Kinderpflegerin am "Perstalozzi-Fröbel-Haus" in Berlin und kam danach nach Rostock, um hier die Kinder ihres Bruders Hermann zu betreuen, der an der Universität Rostock Geschichte lehrte und 1920/21 Ministerpräsident des Freistaates Mecklenburg-Schwerin war. Bloch füllte diese Arbeit jedoch nicht aus, so dass sie einen Kindergarten gründete und zusätzlich junge Frauen zu Erzieherinnen ausbildete.
In der Ausstellung werden zahlreiche Dokumente gezeigt, die diese Arbeit darstellen.


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