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Lokales

17. Dezember 2017 | 13:05 Uhr

Tagespflegekräfte sind im Landkreis rar

vom

svz.de von
erstellt am 18.Mai.2010 | 03:09 Uhr

Lübz | Kind und Beruf unter einen Hut bringen - das stellt so manche Eltern vor extreme Herausforderungen. Gerade Mütter und Väter, deren Arbeitszeiten nicht gängigen Kita- oder Krippenzeiten entsprechen, stehen vor einem Problem. Abhilfe schaffen hier Tagesmütter. Doch die sind im Landkreis Parchim rar. Das Aktionsprogramm Kindertagespflege soll Abhilfe schaffen. Es soll an 162 Modellstandorten bundesweit für mehr Qualität und Quantität in der Kindertagespflege sorgen.

Im Landkreis Parchim koordiniert Aniko Klemp das Projekt. Im Vordergrund ihrer Arbeit steht die Akquise neuer Tagespflegepersonen. Und die werden dringend gebraucht. 87 Tagesmütter betreuen derzeit im Landkreis Kleinkinder, hauptsächlich im Alter von null bis drei Jahren. "Viele von ihnen fallen jetzt aber altersbedingt raus", sagt Klemp. Brennpunkte im Landkreis sind vor allem die Städte Lübz, Sternberg und Parchim. Damit sich hier etwas ändert, soll die Tagespflege ausgebaut werden. Denn Kitas allein reichen längst nicht mehr. "Der Bedarf ist zu hoch. Das kriegt man mit Krippen und den jetzigen Tagesmüttern nicht abgedeckt", sagt Klemp. Deshalb ist sie auf der Suche nach neuen potenziellen Tagesmüttern. Diese werden in einer 160-Stunden-Grundausbildung fitgemacht für den richtigen Umgang mit Kleinkindern. Entsprechende Kurse in Parchim und Schwerin werden aber nur angeboten, wenn sich genügend Interessenten finden. Die sucht Aniko Klemp im ganzen Landkreis. "Ich arbeite unter anderem mit Hebammen zusammen und versuche, Mütter in der Babyzeit als Tagespflegepersonen zu gewinnen", sagt Klemp. Nicht der einzige Ansatz, den sie bei der Akquise verfolgt. "Auch die Argen und Arbeitsagenturen sind mit im Boot", sagt sie. Auch dem Modellprojekt Comeback, welches Frauen beim beruflichen Wiedereinstieg unter die Arme greift, hat sie sich angeschlossen. Vollständig ist das Netzwerk aber noch nicht. "Noch befindet sich alles im Aufbau", sagt Klemp.

Im Landkreis Parchim erhalten Tagespflegepersonen 447 Euro monatlich pro Kind bei einer Betreuungszeit von zehn Stunden am Tag. Der Betrag setzt sich aus Landes- und Kreismitteln sowie einem Gemeindeanteil und dem Elternbeitrag zusammen. Bis zu fünf Kinder gleichzeitig darf eine Tagespflegeperson betreuen, wenn die Räumlichkeiten das zulassen. "Wir können einer Tagesmutti aber nicht garantieren, dass sie täglich fünf Kinder hat", sagt Klemp. Ob sich die Tagespflege lohnt, muss jeweils individuell errechnet werden. Ob die Tagespflege letztendlich der richtige Weg sei, sollte jeder Interessierte ohnehin durch ein Praktikum bei einer Tagesmutter herausfinden.

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