Tafel sucht neue Räumlichkeiten

In der kleinen Küche wird es ziemlich eng, wenn es an die Vorbereitung des  Mittag essens geht. Doris Ritzka
In der kleinen Küche wird es ziemlich eng, wenn es an die Vorbereitung des Mittag essens geht. Doris Ritzka

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08. November 2010, 06:14 Uhr

Perleberg | Auf rund 70 Quadratmetern spielt sich alles ab, wird die Ware für den Verkauf gelagert, vorbereitet und mittags dann ausgegeben, wird das Mittagessen gekocht und eingenommen und auch sämtlicher Bürokram erledigt. Die Rede ist von den Räumlichkeiten der Perleberger Tafel e. V. "Als wir 2006 diese Räume der ehemaligen Schlachthofkantine angeboten bekamen, waren wir überglücklich. Doch mittlerweile platzen wir sprichwörtlich aus allen Nähten", macht Marlies Müller, Vorsitzende der Perleberger Tafel e. V., deutlich. Allein in Perleberg liegen ihr Anmeldungen von 453 Bedarfsgemeinschaften vor. Dahinter stehen 1213 Personen.

Und ihre Zahl wächst täglich. In der vergangenen Woche kamen 14 Anmeldungen, sprich 26 Personen, hinzu. "Zahlreiche junge Familien mit Kindern sind darunter, aber auch immer mehr Rentner beziehungsweise Alleinlebende", berichtet Marlies Müller. Vor allem auch alleinstehende Männer klopfen des öfteren an die Tür, "bis dato eher die Ausnahme, "sie trauten sich einfach nicht". Doch nun zwingt sie die Not dazu.

"Der Monat hat für immer mehr Menschen einfach zu viele Tage", fügt Günter Kolip vom Sozialen Aktionsbündnis Prignitz e. V. an. Während zu Wochenbeginn täglich so um die 25 Leute einkaufen, sind es zum Wochenende hin 60 und mehr. "60 Nummern geben wir aus, doch die reichen oftmals nicht", so Marlies Müller. "Wir sind platzmäßig an unsere Grenzen gekommen." Stolz zeigt die Vereinsvorsitzende ein kleines Kühlhaus, eine Küchenmaschine und einen großen Fleischwolf - die neuesten Errungenschaft der Tafel. Dazu noch Kühltruhen, und dann passt aber auch nichts mehr in die Räume. "Natürlich würde uns etwas mehr Technik die Arbeit gerade in der Küche enorm erleichtern, doch wir haben gar keinen Platz, um sie aufzustellen."

Insofern sei man seit geraumer Zeit auf der Suche nach größeren Räumen und dabei auf die Kita "Wichtelhaus" in der Ritterstraße gestoßen. In absehbarer Zeit werden die Mädchen und Jungen mit ihren Erzieherinnen hier ausziehen, die Immobilie der Stadt stünde damit leer. Seitens der Kommune habe man durchaus Interesse, dass dieses Anwesen dann anderweitig genutzt werde und stehe so dem Anliegen der Tafel offen gegenüber, wie Bürgermeister Fred Fischer auf Nachfrage des "Prignitzer" bestätigte. Die Perleberger Tafel möchte verständlicherweise im Vorfeld die Räumlichkeiten schon mal in Augenschein nehmen, "um zu sehen, ob sie auch unseren Vorstellungen entsprechen", betont die Vereinsvorsitzende. So schnell wie möglich soll nun ein Besichtigungstermin vereinbart werden, verspricht der Bürgermeister.

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