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Mit Altenpflegerin Maria Getter zu Patienten unterwegs : Täglich im Dienst für den Menschen

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Es regnet in Strömen. Es ist noch früh an diesem Heiligabend. Ein Tag, an dem viele Menschen schon frei haben und sicherlich so auch etwas länger schlafen können. Nicht aber Maria Getter und Praktikant Fred Schnellkamp.

Es regnet in Strömen. Es ist noch früh an diesem Heiligabend. Ein Tag, an dem viele Menschen schon frei haben und sicherlich so auch etwas länger schlafen können. Nicht aber Maria Getter und Praktikant Fred Schnellkamp. Die beiden vom Pflegedienst Krause aus Brüel sind schon zu ihren Patienten unterwegs, seit morgens um sechs Uhr. Gerade haben sie Susanne Kolzer tagesfein gemacht. Gewaschen, gekämmt, angezogen und Medikamente verabreicht. Seit drei Jahren beansprucht die Sternbergerin den Pflegedienst. "Solange bin ich auch erst bettlägerig. Dreimal täglich schaut der Pflegedienst bei mir vorbei. Ich freue mich, wenn er kommt, denn es ist immer ein ganz klein wenig Zeit für ein paar nette Worte", erzählt die 50-Jährige. Sie wohnt in der Wohnung, in der sie auch aufgewachsen ist. Die Wohnung hat sie von den Eltern übernommen. Susanne Kolzers Ehemann arbeitet heute ebenfalls. Sie selbst hat früher im Kindergarten ihren Dienst versehen. Rund zehn Minuten bleiben Maria Getter und ihrem Praktikanten hier Zeit für ihre Arbeit, dann muss es weiter gehen.

Die gelernte Altenpflegerin hegte ihren Berufswunsch seit sie 14 ist, sagt Maria Getter. Seit Juli des vergangenen Jahres ist sie Stellvertreterin des Pflegedienstes. Zu Hause wartet Töchterchen Mia-Sophie. In der Woche geht die Zweieinhalbjährige in einen Kindergarten. Am Wochenende und feiertags ist Mia-Sophie bei ihren Großeltern. Weihnachten verbringt die junge Frau die verbleibende Freizeit mit ihrer Tochter und der ganzen Familie, Eltern und Geschwister.

Beruf und Arbeit machen der 27-Jährigen Spaß. "Ich mag es, anderen Menschen zu helfen. Dass es ein Job ist, der weder Feiertage noch Wochenende kennt, stört mich überhaupt nicht. Gerade zu Weihnachten ist es eine besondere Situation, die ich auch am Patienten merke. Die meisten haben so etwas wie eine innere Ruhe angelegt", erzählt sie lächelnd. Auch alleine bewältigt sie ihre Arbeit. Es gibt bestimmte Handgriffe, wie die Patienten gefasst werden können, ohne dass eine zweite Pflegekraft unbedingt von nöten wäre.

Auch Gerda Messmann wohnt in Sternberg. "Ich habe früher im Holzbau gearbeitet. Bretter gestapelt und transportiert", erzählt sie. Über drei Jahre schon wird die 85-Jährige vom Pflegedienst betreut. Sie ist bettlägerig. "Die Beine wollen nicht mehr so recht", sagt die kleine, zierliche Frau. Dreimal am Tage schaut die Altenpflegerin bei ihr vorbei. Wäscht sie, verabreicht Tabletten und macht sie fertig für die Nacht. Zwei Söhne hat die Sternbergerin, die mit ihrer Familie nach dem Krieg aus Ostpreußen nach Mecklenburg geflüchtet war. Einer wohnt mit im Hause.

Praktikant Fred Schnellenkamp hat inzwischen die Dokumentenakte unterm Arm und hilft seiner Kollegin bei der Arbeit, wo er kann und wo es nötig ist. Der Umschüler absolviert seit acht Wochen sein Praktikum beim Brüeler Pflegedienst. Wenn er seine Ausbildung zum Altenpflegerhelfer beendet hat, möchte er den Abschluss zur Fachkraft ablegen. "Der Beruf macht Freude. Ich kenne es durch meine Frau, die in der Betreuung zuständig ist. Es gibt keine Feiertage. Aber das stört uns nicht. Wir hatten uns darüber unterhalten und für mich war einmal mehr klar, als Altenpfleger tätig sein zu wollen", meint der gelernte Hauswirtschafter. Bei ihm zu Hause warten seine Frau und sein siebenjähriger Sohn Dario auf ihn.

"Mein Haus wird heute voll werden", sagt Joanna Jaeger in Weitendorf und zeigt in ihre große Stube. Die 79-Jährige hat sieben Kinder groß gezogen. Gearbeitet hat sie früher im Schweinestall. "Tagein, tagaus, dabei hab ich mir auch die Knochen kaputt gemacht", weißt sie. Da wohnte sie noch in Ahrenböck und arbeitete in Cambs. Und sie erzählt, dass sie mit dem Fahrrad eins ihrer Kinder nach Schwerin fahren musste, weil es krank war und dort der Arzt war. "Die Busse fuhren ja nicht so wie heute", zuckt sie mit den Schultern. Danach wurde die körperliche Arbeit allerdings auch nicht leichter. Seit 1973 wohnt sie in Weitendorf und war im Feldbau tätig. Ursprünglich stammt sie aus Strelau. Wo es liegt, weiß sie nicht mehr genau. Die Familie war, wie viele andere auch, als Flüchtlinge ins Mecklenburgische gekommen.

Dreimal am Tag schaut Maria Getter seit einem halben Jahr bei der Weitendorferin vorbei. Verabreicht der recht lebhaften, lustigen Frau ihre Medikamente. Für den Haushalt kommt eine Betreuungsmitarbeiterin des Pflegedienstes. "Ich bin zufrieden mit der Betreuung und freue mich, wenn die Mitarbeiter kommen und umgekehrt ist es wohl genauso", sagt Joanna Jaeger lachend.

Seit dem 1. Oktober 2008 gibt es den ambulanten Pflegedienst in Brüel. Swetlana Krause hat ihn ins Leben gerufen. Mittlerweile beschäftigt die examinierte Krankenschwester und Atemtherapeutin sieben Mitarbeiterinnen. Fünf Pflegekräfte und zwei Pflegehelferinnen kümmern sich um über 40 Patienten in und um Brüel. In der Station in der Sternberger Straße ist Edelgard Tiesler gerade dabei, Medikamente zu sortieren. Auch sie ist ansonsten zu Patienten unterwegs. Um sechs Uhr früh beginnt der Dienst, der um 14 Uhr vom Spätdienst abgelöst wird. "Wir betreuen auch Demenzkranke und machen Urlaubs- und Verhinderungspflege. Das heißt, wir vertreten eine befristete Zeit über die Person, die den Patienten sonst betreut und werden von den Angehörigen gerne in Anspruch genommen", sagt Swetlana Krause. Die 53-Jährige arbeitet auch als Dozentin an der Akademie Außerklinische Beatmung in Rostock.

Dass in diesem Jahr der Winter sich noch nicht mit weißer Pracht zeigt, stört im ambulanten Pflegedienst Brüel niemanden. Denn die Zeit nutzen die Pflegekräfte lieber, um sich intensiv um ihre Patienten zu kümmern. Da müssen Schnee und Eis ihnen nicht noch den Weg zu ihnen erschweren, wie im vergangenen Jahr. Die Zeit wird für die Pflege am Menschen gebraucht. Dokumentationen, die durchgeführt werden müssen, erledigen die Frauen in ihrer freien Zeit.

Übrigens: Das Pflegeteam bekam bei der Qualitätsprüfung Anfang Dezember die Note 1,0 verliehen.

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erstellt am 27.Dez.2011 | 10:07 Uhr

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