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Lokales

24. September 2017 | 13:56 Uhr

Super-Vogel wird in Parchim flügge

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2010 | 07:37 Uhr

Parchim | Das war ein guter Tag für Parchims Flughafen. Mit der ersten Landung des Riesen-Airbus A 380 auf Mecklenburgs Boden schreibt die Stadt Luftfahrtgeschichte. Hunderte Zuschauer verteilten sich seit sieben Uhr früh weit um die drei Kilometer lange Startbahn, um den fliegenden Giganten aus nächster Nähe zu bestaunen. Der Supervogel kann in MV nur in Parchim landen, braucht er doch mindestens 2,75 Kilometer Startrollstrecke, der Vorzeige-Flugplatz Rostock-Laage kann leider nur mit 2,5 Kilometern dienen.

Deshalb hat die Lufthansa Parchim als offiziellen Übungsplatz für ihre A380-Piloten gewählt. Flughafen- Betriebsleiter Eugen Arnstadt: "In diesem Monat sind noch fünf bis sechs Übungstage mit jeweils etwa fünf Starts und Landungen geplant." Flugzeugfreunde können es sich also wie gestern bei bestem Sommerwetter rund um das Startbahngelände gemütlich machen. Einer, den die großen Vögel faszinieren, ist der vierjährige Leon aus Neustadt-Glewe. Er genoss mit seinen Eltern das Treiben vom Liegestuhl mit Sonnenschirm aus. Auch Ilse und Ewald Bartram aus Groß Laasch kamen spontan zum Flughafen. Sie würden sich freuen, wenn es wieder Passagierflüge von Parchim aus geben könnte. Das Ehepaar erinnert sich an wunderbare Urlaubsmomente in Bulgarien. Ihr Flieger startete damals in Parchim. "Wir drücken dem Flughafen die Daumen", sagte Ewald Bartram. Und: "Wir sind ja bald ein gemeinsamer Landkreis." Überhaupt waren auffällig viele LWL-Kennzeichen an den vielen Autos der Zuschauer zu sehen, deren heitere Stimmung an einen Urlaubstag erinnerte. Sie bekamen zeitweise perfektes Flugtag-Feeling geboten. Das größte Passagierflugzeug der Welt teilte sich den Himmel über Parchim zeitweise mit seinem kleinen Bruder, einer A 319 der Air Berlin, deren Crew ebenfalls Starts und Landungen trainierte. Erst der Vergleich demonstrierte die wahren Dimensionen der A 380: 72 Meter lang, 80 Meter Flügelspannweite. Dagegen der kleine Airbus: niedliche 33 Meter Länge und 34 Meter Flügelspannweite. Übrigens: Sogar der Frachtflieger Antonov 124, der von Parchim aus U-Bahnen nach Neu Delhi flog, ist kleiner geraten als der Super-Airbus.

Sympathiepunkte sammelten die Flughafenmitarbeiter. Sie, die alle Hände voll zu tun hatten, zeigten ein Herz für die vielen Zuschauer und informierten per Lautsprecher über die Flugzeiten. Auch Kaffee gab es im Abfertigungsgebäude. Ein seltenes Lächeln in dieser Kreisreform-Kakophonie-Zeit huschte sogar Landrat Klaus-Jürgen Iredi und Parchims Bürgermeister Bernd Rolly (SPD) über die Gesichter, als der Riesenvogel einschwebte. Gut, dass dieser majestätische Anblick jetzt zum Himmel über Parchim gehört...

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