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Südstadtklinik: Doppelter Gewinn, aber kaum Kapital

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erstellt am 08.Jul.2011 | 08:22 Uhr

Rostock | Steigende Gewinne, aber sinkendes Kapital im Südstadt-Krankenhaus: Der Klinikausschuss hat am Donnerstag den Wirtschaftsbericht für das Jahr 2010 bestätigt. Er zeigt höhere Umsätze und Erträge als im Vorjahr, deutet aber auch auf Probleme hin. So hat sich etwa das Eigenkapital gegenüber 2009 deutlich verringert, was zu finanziellen Engpässen führt.

Höhere Personalkosten und Preise

Positiv ist die Entwicklung des Umsatzes für das Krankenhaus - er liegt im zurückliegenden Geschäftsjahr bei 92 Millionen Euro. Den Gewinn konnte das Klinikum gegenüber dem Vorjahr sogar mehr als verdoppeln: Er liegt bei 2,24 Millionen Euro. 2009 betrug er 1,07 Millionen Euro. Laut Bericht des Wirtschaftsprüfers Johannes Baumann von der WRG Audit GmbH hat es das Krankenhaus damit geschafft, sein Ergebnis seit 2005 kontinuierlich zu verbessern - "nicht durch Kostensenkungen, sondern durch Erlössteigerungen", sagt der Experte. Erhöhte Personalkosten und Preissteigerungen seien aufgefangen worden.

Vom Überschuss fließt eine Million Euro in die Stadtkasse. So sieht es der diesjährige Haushaltsplan vor, der allerdings noch nicht rechtskräftig ist. "Ich habe echte Bedenken dabei", sagt Dr. Wolfgang Nitzsche (Linke), Mitglied des Klinikausschusses. Mit dem Geld solle lieber die Liquidität des Krankenhauses erhöht werden. Am Stichtag 31. Dezember 2010 lagen die zur Verfügung stehenden Mittel bei 1,5 Millionen Euro. "Wenn das Klinikum richtig gelassen wirtschaften will, ist das zu wenig", sagt Baumann. Allein für seine 870 Vollzeitkräfte muss das Krankenhaus jeden Monat 4,2 Millionen Euro aufbringen.

Fünf-Millionen-Abgabe belastet die Klinik

1,24 Millionen Euro verwendet das Südstadt-Klinikum, um selbst Rücklagen zu bilden. Dazu muss die Bürgerschaft aber noch dem Jahresabschluss zustimmen. Die höheren Erträge führen die Wirtschaftsprüfer unter anderem auf gesteigerte Fallzahlen zurück. "Mit mehr als 22 000 Fällen ist eine mittlere Kleinstadt behandelt worden", sagt Baumann. Auch der Anstieg des Basisfallwertes für MV habe zu höheren Umsätzen geführt. 1,8 Millionen Euro hat die Südstadtklinik im zurückliegenden Geschäftsjahr investiert, zum Beispiel für Medizintechnik und medizinische Ausstattung.

Einen deutlichen Verlust verzeichnet der Betrieb beim Eigenkapital: Weil die Hansestadt im vergangenen Jahr fünf Millionen Euro eingezogen hatte, hat es sich gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Millionen Euro verringert. Die Eigenkapitalquote liegt damit nur noch bei 17,8 Prozent. Eine Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums fordert jedoch mindestens 30 Prozent. "Das ist noch zu knapp", stellt der Wirtschaftsprüfer klar.

Außerdem plant der Betrieb mit seinen mehr als 400 Betten und 42 Tagesklinikplätzen in diesem Jahr weitere Investitionen. So soll das Krankenhaus-Informationssystem für rund 1,1 Millionen Euro mit neuer Software aufgerüstet werden. Des Weiteren plant die Klinik 2011 den Umbau eines Ärztehauses in ein Gäste- und Wahlleistungshaus für selbstzahlende Patienten, Angehörige und Besucher.

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