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Lokales

19. November 2017 | 09:57 Uhr

Studie: Rostocker wohnen sicher

vom

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2011 | 06:39 Uhr

Rostock | Gute Nachrichten für Rostock: Nur in jede 633. Wohnung wird übers Jahr gesehen eingebrochen. Damit wird die Hansestadt in einer 93-Städte-Studie des Onlineportals Geld.de in Deutschland, Österreich und der Schweiz als sicher eingestuft - im Gegensatz zu anderen norddeutschen Metropolen wie Hamburg, Kiel oder Bremen, wo 2009 bis zu jede 119. Wohnung geknackt wurde.

Als Ursache für diese Diskrepanz führt die Studie das mit 23 100 Euro vergleichsweise geringe Durchschnitts-Bruttoeinkommen in der Hansestadt an. Es liegt 22 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt und schrecke daher insbesondere Diebesbanden aus Osteuropa ab. Sie machten einen Bogen um Rostock und andere ostdeutsche Städte, weil es dort nichts zu holen gebe. Stattdessen nähmen sie sich die vermeintlich reichen Städte im Westen vor, wo sie regelrechte Beutezüge veranstalteten und anschließend wieder zurück in ihre Heimat führen. Ihre Straftaten blieben dann als Aufschlag zur einheimischen Kriminalität in der Statistik hängen, so die Initiatoren der Studie.

Diebstähle sind seit Jahren rückläufig

"Im Bereich der Polizeidirektion Rostock waren Wohnungseinbrüche zuletzt im Herbst 2008 ein Schwerpunkt", sagt Polizeisprecher Volker Werner. Damals sei eine Tätergruppe immer nach dem gleichen Muster in Gebäude in Rostock sowie den Landkreisen Güstrow und Bad Doberan eingebrochen. Das sei aber längst Geschichte. 2009 gab es in Rostock selbst 185 Einbrüche, im gesamten Bereich der Polizeidirektion waren es 388. Das sind 85 weniger als 2008. "Die Zahl der Diebstähle ist seit Jahren rückläufig", bestätigt Werner. Das gelte auch für Delikte wie gestohlene Fahrräder oder Kaufhausdiebstahl. Allerdings liegt die Aufklärungsquote in diesem Bereich nur bei 27 Prozent.

Können die Beamten einen Täter ermitteln, stammt der oftmals aus dem Umfeld des Beklauten. "Zum Beispiel Jugendliche, die scharf auf die Playstation eines Bekannten sind", sagt Werner. Das Beuteschema habe sich in den vergangenen Jahren aber sehr verändert, weg von technischen Geräten wie Videorecordern oder Fernsehern, hin zu Bargeld.

Besondere Brennpunkte im Stadtgebiet kann der Kriminalhauptkommissar nicht ausmachen. "Da gibt es keinen regionalen Schwerpunkt", so Werner. Die Täter würden sowohl in Einfamilienhäuser, als auch in Blockwohnungen einsteigen. "Wir gehen davon aus, dass sich die Täter vorher Gedanken gemacht haben und die Objekte ausgekundschaftet haben", meint Werner.

Das bestätigt auch sein Kollege Jörg Heier von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in der Blücherstraße. Der Experte kritisiert, dass besonders Hauseigentümer es Einbrechern oft sehr einfach machen. Gerade die Terrassenseite sei meist zu den Nachbarn hin abgeschottet und Büsche böten den Dieben gute Deckung. Aber auch Mieter in Hochhäusern könnten sich nicht sicher sein, so Heier - irgendeiner ihrer Nachbarn wird schon auf den Summer für die Haustür drücken. Damit hätten die Einbrecher bereits das größte Hindernis hinter sich. "Die Hauseingangstüren haben mindestens drei Verriegelungspunkte, deswegen verzeichnen wir kaum Angriffe in diesem Bereich", sagt Heier.

Schraubenzieher genügt als Werkzeug

Die Schlösser von Wohnungstüren hingegen können die Einbrecher oft sehr leicht überwinden. Entweder, indem sie mit einer Zange einen hervorstehenden Schließzylinder einfach abbrechen und herausziehen oder indem sie das Schloss aufbohren. Noch einfacher sind für sie häufig Fenster aufzubrechen. Denn in deutschen Wohnungen sind 80 Prozent von ihnen lediglich mit einem runden Kopf als Schließmechanismus ausgestattet. Der lässt sich mit einem handelsüblichen Schraubenzieher innerhalb von Sekunden aufhebeln.


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