Studenten haben das letzte Wort

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19. Januar 2010, 08:59 Uhr

Rostock | In den vergangenen Tagen hat Rostocks Universitätsrektor, Professor Wolfgang Schareck, seine "Task Force" zusammengetrommelt, um alle Bachelor- und Lehramtsstudiengänge zu überprüfen. Das erste Fazit: "Wir haben in dieser Lehramts- und Bolognawoche sehr konzentrierte und intensive Gespräche mit den Studentenvertretern gehabt", sagt Schareck. "Deutlich spürbare Verbesserungen wird es ab dem Wintersemester 2010/2011 geben", fügt Hochschulsprecher Dr. Ulrich Vetter hinzu.

Auch Professor Stefan Göbel, Prorektor für Studium und Lehre, die Fachschaftsvertreter, die studentische Lehramtskommission, das Zentrum für Qualitätssicherung, das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung, Controller der Uni sowie Studentenvertreter nahmen die Umsetzung der Bologna-Reform genau unter die Lupe. Bei dieser wurden nämlich alle Studiengänge auf die internationalen Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt - was bundesweit Proteste von Studenten auslöste. Doch nun steuert der Rektor gegen. "Wir müssen die Hinweise der Studenten genau analysieren und ordnen", erklärt Schareck. "Wir haben in der Bologna-Woche bemerkt, dass sich die Studenten sehr intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben." Auf der Beschwerdeliste stehen Kapazitätsprobleme, Ärger mit dem Prüfungsamt und schwierige Klausurvorbereitungen. "Probleme treten meist dann auf, wenn mehrere Fächer parallel studiert werden", sagt Vetter.

"Das Tolle ist, dass wir Studenten im Mittelpunkt standen", sagt Fridtjof Behrens, Vorsitzender der Studentenvertretung Asta. "Wir konnten frei von der Leber sagen, wo die Probleme sind." Er berichtet, der Rektor habe sich zunächst alles einfach angehört. Einige der Fachschaften waren gut vorbereitet. "Die Studenten konnten Probleme benennen und gleich Lösungsvorschläge vorstellen", sagt Behrens. "Der Rektor hat eingegriffen, wenn sich ein Professor eingemischt hat", so der Asta-Chef.

Punkt für Punkt wurden die Beschwerden der Studenten ins Protokoll aufgenommen. "Aber die Studenten hatten das letzte Wort", berichtet Behrens. "Jetzt kommt es darauf an, dass auch umgesetzt wird, was in den Protokollen steht." Der größte Teil der Probleme ist uni-intern. "Dort kann die Hochschule mit Hausmitteln selbst etwas machen", analysiert der Asta-Chef. "Manche Dinge können von uns selbst angegangen werden", zieht auch Rektor Schareck als Schlussfolgerung aus der Bologna-Woche. "Andere Sachverhalte müssten vom Land und Bildungsministerium korrigiert werden", so Schareck. "20 Prozent könnten in Schwerin erledigt werden", schätzt Behrens. "Und zirka zehn Prozent sind Angelegenheit des Bundes." Zu dem, was die Uni selbst in die Hand nehmen kann, gehören nach Auffassung der Studenten Korrekturen in den Prüfungs- und Studienordnungen. "Ich habe mich über das Engagement der Studenten gefreut", sagt Schareck. Die Vertreter seien wichtige Partner gewesen. Studenten haben hohe Erwartungen an die Unileitung. "Einige Sachen können wir sofort lösen, andere brauchen entsprechend Zeit", erklärt Schareck. "Wenn beispielsweise ein Beamer im Raum fehlt, kriegen wir den innerhalb von zwei Wochen besorgt." Bei Änderungen in der Prüfungsordnung gehe das langsamer. Schareck verspricht: "Wir werden da Tempo reinbringen."

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