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Lokales

19. August 2017 | 09:34 Uhr

Stress auf der Straße - Ärger beim Tanken

vom

Schwerin | Schönwetter-Prognose, Ferienbeginn, Pfingsten: Nach Ostern und Christi Himmelfahrt rollt auf Mecklenburg-Vorpommern ab heute die dritte große Reisewelle zu - Kurztrip an die Küste. Ferien in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Bayern, verlängertes Wochenende in anderen Bundesländern: Während der ADAC heute mit dem größten Verkehrsaufkommen rechnet, wird am Pfingstmontag der Rückreiseverkehr zu Beeinträchtigungen führen.

Ob mit dem Auto oder der Bahn - es wird eng. In MV verlangen mehr als 30 Straßenbaustellen auf einer Gesamtlänge von 36 Kilometer den Autofahrern Geduld ab. Während der Urlaubs- und Feiertage werde der Straßenbau zwar so weit wie möglich eingeschränkt und keine Wanderbaustellen eingerichtet, erklärte Manfred Rathert, Aber: "Ganz ohne geht es nicht", meint der Vize-Chef des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Rostock. "Gebaut werden muss auch in den Sommermonaten, um das Straßennetz im Land instand zu halten und auszubauen", warb Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) für Verständnis. "Über Feiertage wie Pfingsten bauen wir aber nur dort, wo es dringend notwendig ist." 4,8 Kilometer auf der Autobahn 19 kurz vor dem Überseehafen Rostock, 2,2 Kilometer auf der A 19 zwischen Laage und dem Kreuz Rostock, 4 Kilometer auf der Bundesstraße 113 zwischen Grambow und Linken, 3,4 Kilometer auf der B 96 zwischen Ralswiek und Lietzow auf Rügen und 2,8 Kilometer auf der B 104 zwischen Teterow und Niendorf: auf den längsten Baustellen im Land müssen Autofahrer mit Behinderungen rechnen. Die Straßenbauer haben vorgesorgt: Im vergangenen Jahr sei der Verkehr beispielsweise an der Baustelle auf der A 19 Höhe Kavelstorf nur auf zwei Spuren vorbeigeführt worden, sagte Rathert. Dieses Jahr sei die Order ergangen, an allen Baustellen auf den Urlaubsautobahnen den Verkehr auf vier Spuren zu lenken. Auch das noch: An den Zufahrten zu den Ferieninseln Rügen und Usedom sowie an der Meiningenbrücke zur Halbinsel Fischland-Darß rechnen Verkehrsexperten am Pfingstwochenende mit Staus.

Stress gibt es auch an den Zapfsäulen: Die Ölkonzerne machen wieder Kasse. So rechnet der ADAC nach einem langen Sinkflug der Spritpreise zu Pfingsten wieder mit höheren Benzinrechnungen. Dreiste Abzocke: Marktbeobachtungen des Bundeskartellamtes hätten gezeigt, dass weder die Nachfrage noch der Beschaffungspreis an solchen Tagen signifikant ansteigen würden. Dennoch erhöhten die Anbieter meist zu Feiertagen die Preise, kritisierte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Zu leiden haben auch die Freunde der Schiene: Sie müssen sich auf einen längeren Wege und steigende Preise einstellen. Die Bahn hat für Pfingsten umfangreiche Baumaßnahmen angekündigt, die den Fahrplan von vielen Zügen aus dem Takt bringen werden. Arbeiten an Brücken und Gleisen schränken den Regional- und Fernverkehr auf der Strecke zwischen Stralsund und Berlin ein, einige Regionalzüge fallen gar ganz aus. Die Bahn macht daraus sogar noch ein Geschäft: So hat der Fahrgastverband Pro Bahn festgestellt, dass die Deutsche Bahn wegen Bauarbeiten und Umleitungen von ihren Kunden überhöhte Fahrpreise kassiert. So würden z. B. zu Pfingsten auf der ICE-Linie zwischen Berlin und Mannheim überhöhten Fahrpreise verlangt, weil der Zug umgeleitet wird. Auch den Wegfall von Intercity-Verbindungen aus Anlass von Bauarbeiten treibe die Fahrpreise monatelang in die Höhe, weil zwangsweise der teurere ICE bezahlt werden muss.

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erstellt am 09.Jun.2011 | 07:30 Uhr

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